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Hat kein Problem mehr mit Adblockern: Bild-Digital-Manager Stefan Betzold
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Adblocking Publisher fordern Netto-Reichweiten

Hat kein Problem mehr mit Adblockern: Bild-Digital-Manager Stefan Betzold
Seit Bild als einer der ersten Publisher die eigenen Inhalte für Adblocker-Nutzer nicht mehr zugänglich macht, sind die Adblocker-Raten gesunken. "Auf Bild.de sind Adblocker kein Problem mehr", zieht Bild-Digital-Manager Stefan Betzold auf der Dmexco Bilanz.
von Juliane Paperlein, Donnerstag, 14. September 2017
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    Auch Gruner + Jahr, Spiegel und andere Verlage experimentieren mit Modellen, bei denen die Nutzer vor die Wahl gestellt werden, ob sie für die Inhalte mit Geld bezahlen oder mit Aufmerksamkeit, in dem sie Werbung zulassen.

    Johannes Vogel, bei der "Süddeutschen Zeitung" für das Digitalgeschäft zuständig, hat seit der Einführung eines solchen hybriden Modells 2016 die Erfahrung gemacht, dass ein großer Teil der User den Adblocker abstellt. Die Adblocker-Rate sei seither von 25 auf 10 Prozent gesunken. 

    Eva Maria Bauch von Gruner + Jahr hat die Erfahrung gemacht, dass die Kommunikation mit dem Nutzer entscheidend ist bei der Frage, ob er der Seite treu bleibt und den Adblocker ausschaltet, oder ob er alternativ auf andere Seiten wechselt, die die Inhalte uneingeschränkt bereit stellen. Viele User wüssten auch gar nicht, dass sie einen Adblocker haben. Diesen muss der Verlag den Zusammenhang zwischen der Werbung und der Finanzierung der Inhalte erst erklären.  Thomas Mendrina, Deutschland-Chef des Anti-Adblockers Sourcepoint, mit dem viele Publisher diese Hybridmodelle realisieren, rät dazu, dem User möglichst viele Auswahlmöglichkeiten zu geben. So schalten beispielsweise mehr Nutzer ihren Adblocker ab, wenn der Verlag auch die Paid-Variante in Aussicht stellt, auch wenn er es gar nicht so sehr auf Vetriebserlöse anlegt. 

    Trotz der gesunkenen Raten auf im Schnitt mittlerweile rund 20 Prozent gehen die Publisher nicht davon aus, dass Adblocking als Thema verschwunden ist - im Gegenteil. Vor diesem Hintergrund sprechen sie sich auch dafür aus, die Reichweitenmessung in der IVW und Agof zu überdenken. Dort wird im Moment die Bruttoreichweite ausgewiesen, die dann auch in der Vermarktung eingesetzt wird. Vermarktern, die aktiv gegen Adblocker vorgehen, entstehen damit mitunter Nachteile. Spiegel, Bild und Süddeutsche plädieren daher für die zusätzliche Ausweisung von Nettoreichweiten, bei denen die Adblocker-Nutzer bereits von den Bruttowerten abgezogen sind. pap

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