Adblocking Junge und einkommensstarke User blockieren Werbung

Donnerstag, 09. Juni 2016
Dass Adblocking auf dem Vormarsch ist, liegt auch an den vielen Apps
Dass Adblocking auf dem Vormarsch ist, liegt auch an den vielen Apps
Foto: Colourbox
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Vor allem männliche, junge und einkommensstarke User nutzen Adblocker. Laut einer akuellen Erhebung von Comscore liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Männer zwischen 18 und 24 einen Adblocker einsetzen, um 100 Prozent höher als im Schnitt. Bei Frauen diesen Alters ist die Wahrscheinlichkeit immer noch um 42 Prozent erhöht.
(Bild: Comscore)
Auch in besserverdienenden Zielgruppen sind besonders häufig Adblocker im Einsatz. In den USA liegt die Verbreitung beim höchsten Einkommenssegment um 27 Prozent höher als im Durschnitt. In Deutschland sind es jedoch nur 7 Prozent und damit deutlich weniger als in Kanada (16 Prozent) und Großbritannien (13 Prozent). In Deutschland - dem Mutterland von Adblock Plus - ist die Adblockernutzung aber auch etablierter und bereits weiter verbreitet als in anderen Ländern. Adblocking ist nicht das einzige Problem, mit dem sich Comscore in seinem aktuellen Report "Advertising Benchmarks Q1/2106" beschäftigt hat. Auch Ad Fraud, also Klicks, die - häufig in betrügerischer Absicht - von Maschinen erzeugt werden und nicht von Menschen, entwickelt sich weiter. Der sogenannte "hochentwickelte Invalid Traffic" (IVT), der besonders schwer zu erkennen ist, macht mittlerweile 80 Prozent des weltweiten ungültigen Traffics aus. Um ihn zu identifizieren, müssen Publisher und Werbungtreibende fortschrittliche Filtermethoden nutzen, rät Comscore.
(Bild: Comscore)
Die meisten ungültigen Zugriffe zieht laut Comscore Video-Werbung an. Das dürfte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass die Margen bei Video besonders groß sind und daher für Betrüger besonders interessant. Während der Anteil von IVT in den USA bei Desktop Display bei 6 Prozent liegt, sind es bei Video 8 Prozent.

Ad Fraud und Ad Blocking lassen die Sichtbarkeitsraten sinken. Diese werden aber auch gedämpft durch viele andere Faktoren wie Werbeplatzierungen außerhalb des sichtbaren Bereichs oder im inaktiven Browserfenster. In den USA liegt die Sichtbareitsrate noch bei 48 Prozent, in Deutschland sind es 43 Prozent, in Australien nur noch 39 Prozent. Für die Werbungtreibenden bedeutet dies, dass die Kampagnenleistungen sinken, wenn sie nicht genau darauf achten, welches Inventar genutzt wird.
(Bild: Comscore)
Auch der Vormarsch von programmatischer Werbung, bei der das Inventar vollautomatisiert in Echtzeit verkauft wird, wirkt sich negativ aus. Die Sichtbarkeitsraten bei Desktop Display liegen in den USA bei 46 Prozent bei Programmatic, bei direkten Buchungen sind es noch 56 Prozent. Das gilt auch für Desktop Video: Programmatische Buchungen führen zu einer Rate von 38 Prozent, direkte Buchungen dagegen zu stattlichen 62 Prozent. pap
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