Adblocker Verlegerverbände zeigen sich enttäuscht über Urteil des OLG München

Freitag, 18. August 2017
Der Rechtsstreit um Werbeblocker geht weiter
Der Rechtsstreit um Werbeblocker geht weiter
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Die großen Verlegerverbände VDZ und BDZV bedauern die Entscheidung des Oberlandesgerichts München (OLG), das den umstrittenen Werbeblocker Adblock Plus am Donnerstag für zulässig erklärt hat. Die Verleger setzen nun auf den Bundesgerichtshof. 
Besonders enttäuscht zeigen sich der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger darüber, dass das OLG die Praxis des sogenannten Whitelisting für zulässig hält. Dabei wird zuvor geblockte Werbung gegen Geld wieder freigeschaltet. "Das ist nach unserer Meinung eine moderne Form der Piraterie", erklärten VDZ und BDZV. Das Whitelisting ermögliche den Betreibern von Adblockern, mit Werbung Geld zu verdienen, "allerdings ohne eigene Leistung, die allein von den Medien erbracht wird". Geklagt hatten die "Süddeutsche Zeitung", Pro Sieben Sat 1 und die RTL-Tochter IP Deutschland. Sie hatten Eyeo einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vorgeworfen und Schadenersatz verlangt. Der Ansicht der Richter zufolge übt Eyeo aber keinen unzulässigen Druck auf die Medienunternehmen aus. Auch handle es sich bei dem Geschäftsmodell nicht um verbotene aggressive Werbung oder einen Verstoß gegen das Kartellrecht.

Mit Adblock Plus hatten sich in der Vergangenheit bereits Gerichte in München, Hamburg und Köln beschäftigt. Zu den Klägern gehörten beispielsweise Spiegel Online und der Medienkonzern Axel Springer. In allen Fällen erklärten die Richter das Programm für legal. Springer hatte vor gut einem Jahr vor dem Oberlandesgericht Köln zumindest erreicht, dass das Geschäftsmodell des Whitelisting für unzulässig erklärt wurde. 

Die Verlegerverbände hoffen nun auf eine endgültige Klärung durch den Bundesgerichtshof. "
Es kommt nunmehr auf die Entscheidung durch den Bundesgerichtshof an, der die divergierenden Sichtweisen der Instanzgerichte beurteilen wird", betonten die Verlegerverbände. dh/dpa
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