Adblocker-Streit Auch Klage der SZ abgewiesen

Donnerstag, 07. April 2016
Mehrere Verlage gehen gerichtlich gegen Adblock-Plus-Betreiber Eyeo vor - bislang ohne Erfolg
Mehrere Verlage gehen gerichtlich gegen Adblock-Plus-Betreiber Eyeo vor - bislang ohne Erfolg
Foto: Adblock Plus

Die Richter am Landgericht München haben die Klage der "Süddeutschen Zeitung" gegen Adblock-Plus-Betreiber Eyeo abgewiesen. Die Juristen sehen es als legal an, dass Eyeo Werbung auf der Website ausblendet.

Zwischen Verlag und Nutzer bestünde kein Vertrag, der den Nutzer zum Konsum von Werbung verpflichtet, so die Richter weiter. "Wir werden nun die detaillierte Urteilsbegründung analysieren und dann entscheiden, wie wir weitermachen", sagt Johannes Vogel, Geschäftsführer Süddeutsche Zeitung Digitale Medien.

Die Entscheidung zur "SZ" ist nur eines von mehreren Verfahren gegen die Kölner Firma Eyeo. Auch Axel Springer, Zeit Online/Handelsblatt, RTL Interactive und Pro Sieben Sat 1 wurden in der ersten Instanz abgewiesen und sind nun vor den jeweiligen Oberlandesgerichten vorstellig. Noch offen in der ersten Instanz ist die Klage von Spiegel Online vor dem Landgericht Hamburg. Der erste Verhandlungstermin ist am 4. Mai.

Neben der Frage, ob Eyeo Werbung blockieren darf, stößt den Klägern auch das Geschäftsmodell übel auf. In seiner Acceptable Ads Initiative legt Eyeo fest, welche Werbung nervt und damit blockiert wird. Ab mehr als 10 Millionen zusätzlicher Werbeimpressionen pro Monat reicht es jedoch nicht, wenn die Vermarkter akzeptierbare Werbung gestalten, sie müssen zusätzlich dafür zahlen, das Eyeo sie ausspielt. Ein Modell, dass Eyeo den Vorwurf der "digitalen Wegelagerei" eingebracht hat. pap

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