Adblocker-Panel auf der Dmexco Gemeinsamkeit als stärkste Waffe gegen Adblock Plus und Co.

Freitag, 16. September 2016
Adblocker versetzen die Werbebranche in Aufregung
Adblocker versetzen die Werbebranche in Aufregung
Foto: Fotolia / wsf-f

Es ist eines der Dauerthemen der Branche: Adblocker und ihre Auswirkungen auf die Branche. Durch die Ankündigung von Adblock Plus, künftig selbst Anzeigen verkaufen zu wollen, hat das Thema ebenso Fahrt aufgenommen wie durch die vom BVDW, der Group M und Google gegründeten "Coalition for better Ads". Derartige Initiativen seien auch eines der besten Mittel gegen Adblocker, waren sich die Diskutanten auf dem Dmexco-Panel zum Thema einig.

Die Veranstalter hatten hierfür den etwas plakativen Titel "Adblocking – Brillant or Big Fail" gewählt, was allein schon deshalb etwas irreführend war, weil kein wirklicher Befürworter von Adblocking in der Runde saß. Insofern war schon zu Beginn der Diskussion abzusehen, dass es nicht sonderlich kontrovers zugehen würde.

Natürlich kam vielfach die immer etwas nebulöse Forderung nach "besserer Werbung". Teads-Chef Pierre Chappaz etwa mahnte die Werbungtreibenden, deutlich mehr in Formate zu investieren, die von den Nutzern wirklich akzeptiert werden. Allerdings bemühten sich die Podiumsteilnehmer, der Diskussion um Adblocker neue Facetten hinzuzufügen. Eine davon: Wir müssen die Nutzer deutlich ernster nehmen als bislang. Aufklärungs-Initiativen etwa seien wenig aussichtsreich, sagte Deirdre McGlashan, Global Chief Digital Officer der WPP-Agentur Mediacom.
Oliver von Wersch, Geschäftsführer G+J EMS
Bild: Alexander Hassenstein

Mehr zum Thema

"Coalition for better ads" BVDW, Group M und Google schließen Bündnis für bessere Onlinewerbung

Scott Spencer, Director Product Management bei Google, pflichtete bei: "Die Nutzer denken nicht darüber nach, welchen Wert Werbung für die Publisher hat. Sie sind einfach genervt – und dafür machen sie die Werbungtreibenden und die Publisher verantwortlich". Der Schlüssel für die Publisher, um die User auf ihre Seite zu ziehen, sei, ihnen die Wahl zu geben, so Sourcepoint-Chef Ben Barokas. Sie müssten wählen können zwischen kostenpflichtigen, komplett werbefreien Modellen und solchen, bei denen sie nach ihren bevorzugten Werbeeinstellungen gefragt werden – so wie das etwa Facebook tut. Das Plädoyer kam nicht wirklich überraschend: Sourcepoint unterstützt Publisher dabei, verschiedene Modelle zur Monetarisierung ihres Contents zu implementieren.

Barokas plädierte zudem dafür, die Wahl der Werbeeinstellungen in einen globalen Standard zu überführen. "Hier brauchen wir eine Sprachregelung." Unterstützung bekam er dabei von Stephan Loerke: "Wir haben es bereits geschafft, Standards zu etablieren", so der CEO der World Federation of Advertisers und nannte als Beispiele den deutschen Werberat oder die britischen Advertising Standards Authority.

Loerke und Spencer waren sich zudem einig, dass das Adblocker-Problem nur gemeinsam gelöst werden könne. Daher seien gemeinsame Intiativen wie die "Coalition for better Ads“ auch der richtige Weg. Den Kampf vor Gerichten auszufechten, sei hingegen zwar legitim, könne aber keine langfristige Lösungen bringen. "Staaten müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen ausloten. Aber den Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen, ist unsere Verantwortung als Branche", so Loerke.
Adblocker
Bild: Adblock Plus

Mehr zum Thema

Adblocker Verlagsbranche geht Milliardenbetrag durch Werbeblocker verloren

Positiv-Beispiele für Letzteres gebe es genug, sagte McGlashan und verwies auf die "Non-Skippable"-Kampagne von Geico. Diese sei "ein cleverer Weg, ein existierendes Format neu zu interpretieren." ire

Meist gelesen
stats