Adblocker-Klage Gerichtstermin von P7S1 und Adblock Plus steht fest

Montag, 01. Dezember 2014
Adblock-Plus-Chef Till Faida
Adblock-Plus-Chef Till Faida
Foto: Adblock Plus

Die Adblocker-Verbreitung steigt schnell und erschwert den Online-Vermarktern die Refinanzierung ihrer Angebote. Pro Sieben Sat 1, RTL Interactive und Axel Springer hatten daher im Juli beim Landgericht München Klage gegen die Kölner Firma Eyeo eingereicht, die den Adblocker Adblock Plus betreibt. Die mündliche und öffentliche Anhörung der P7S1-Klage ist nun am 17. Dezember in München.
Pro Sieben Sat 1 argumentiert dabei nicht nur mit dem Wettbewerbs- und dem Urherberrecht, sondern auch mit dem Kartellrecht. Das Argument: Marktführer Adblock Plus lässt im Rahmen seiner Acceptable Ads Initiative Werbung nur zu, die bestimmte Kriterien erfüllt. Dies begünstigt aus Sicht des TV-Konzerns jedoch statische Textanzeigen, wie sie unter anderen von Google vermarktet werden.
"Digitale Wegelagerei": Seven-One-Chef Thomas Wagner kritisiert Adblock Plus (Bild: P7S1)

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Animierte Werbeformen wie zum Beispiel Pre-Rolls sind demnach nicht zugelassen, es sei denn der Nutzer akzeptiert sie explizit. Dies hatte Adblock-Plus-Chef Till Faida vergangene Woche auch beim HORIZONT Bewegtbildgipfel in München bekräftigt. Für die TV-Vermarkter, aber auch andere Anbieter ist dies angesichts des schnell wachsenden Umsatzes mit Online-Video-Ads ein Problem. Wie viel Werbung derzeit geblockt wird, ist unklar. Bei technischen Seiten sollen die Raten schon bei bis zu 70 Prozent liegen. Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat sich der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft nun nach anderthalb Jahren auf ein Tool geeinigt, mit dem die Blockier-Raten gemessen werden können. Dies ist gerade im Test und soll Anfang 2015 flächendeckend zum Einsatz kommen. Für die technische Implementierung ist als Dienstleister die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) zuständig.

Bei dem Tool handelt es sich derzeit um eine reine Ja-Nein-Messung, also ob ein Adblocker im Einsatz ist oder nicht. Welche Werbemittel besonders stark geblockt werden und welche weniger, ist dagegen noch nicht Gegenstand der Erhebung. Zudem beschäftigt sich der OVK mit der Frage, wie die individuellen Werte der Vermarkter zu einer marktübergreifenden Rate zusammengefasst werden können. pap

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