Adblocker-Klage Auch Zeit Online klagt gegen Adblock-Plus-Mutter Eyeo

Mittwoch, 17. Dezember 2014
Zeit Online klagt gegen Eyeo, die Mutterfirma von Adblock Plus
Zeit Online klagt gegen Eyeo, die Mutterfirma von Adblock Plus
Foto: Vege/Fotolia

Zeit Online hat vor dem Landgericht Hamburg Klage gegen die Kölner Firma Eyeo eingereicht, Mutter von Adblock Plus. Dies bestätigt Zeit Online auf Anfrage gegenüber HORIZONT. Verhandlungstermin ist der 20. Januar 2015. Ziel der Klage ist es, sich gegen den Vertrieb von Adblocker-Software zu wehren, die Werbung unterdrückt.
"Der Einsatz von Werbeblockern führt dazu, dass in der Standardeinstellung die Werbeanzeigen auf Zeit.de nicht mehr angezeigt werden. Damit gefährdet diese Software eine wesentliche Säule zur Finanzierung von Qualitätsjournalismus. Wir halten den Vertrieb dieses Werbeblockers deshalb für wettbewerbswidrig", begründet Zeit Online den Schritt. Gegen Eyeo sind bereits Klagen anhängig. Vor dem Landgericht München hatten Ende Juni Pro Sieben Sat 1 sowie IP Deutschland und RTL Interactive Klage eingereicht. Der erste Verhandlungstermin ist heute, 17. Dezember 2014. Zeitgleich mit PRo Sieben Sat 1 und RTL hatte Axel Springer Eyeo in Köln verklagt.

Auch der Spiegel-Verlag überlegt, juristisch gegen Eyeo vorzugehen, hinter der Geschäftsführer Till Faida und Investor Tim Schumacher stehen. "Wir halten das Geschäftsmodell von Adblock Plus für wettbewerbswidrig und schließen nicht aus, ebenfalls zu klagen", heißt es gegenüber HORIZONT aus dem Verlag. Auch andere Häuser sollen ein gerichtliches Vorgehen prüfen.

Adblock Plus betont immer wieder, im Sinne der Nutzer zu handeln, ist aber bereit Werbung durchzulassen, wenn diese bestimmte Kriterien erfüllt und die Unternehmen für die Ausspielung zahlen. Dieses Whitelisting stößt vielen Onlinevermarktern übel auf. pap
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