Abstimmung "Bild" wirbt zweisprachig für Nein bei Türkei-Referendum

Montag, 27. März 2017
Die "Bild" beruft sich auf den türkischen Staatsgründer Atatürk
Die "Bild" beruft sich auf den türkischen Staatsgründer Atatürk
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Die "Bild" bezieht Stellung: Zum heutigen Start der Abstimmung über das Verfassungsreferendum in der Türkei erklärt die Boulevardzeitung auf deutsch und türkisch, worum es bei der Wahl geht. Auch mit seiner eigenen Meinung hält die "Bild" nicht hinter dem Berg. 
Anders als die Schweizer Boulevardzeitung "Blick", die die in der Schweiz lebenden Türken eindeutig dazu aufgefordert hatte, bei dem Referendum mit "Nein" zu stimmen, vermeidet die "Bild" zwar einen direkten Appell an die in Deutschland lebenden Türken; allerdings lässt die Redaktion keinen Zweifel daran, welches Ergebnis sie sich wünschen würde: "Staatsgründer Atatürk hätte Nein gesagt" ist sich die "Bild" sicher. Als Kronzeugen zitiert die Zeitung auf Seite 3 den deutsch-türkischen Politikwissenschaftler und Türkei-Experten Burak Copur von der Uni Duisburg-Essen. 
In dem zweisprachigen Artikel wird unter anderem beschrieben, wie die Abstimmung für die in Deutschland lebenden Türken abläuft und was der türkische Staatspräsident Erdogan mit der Abstimmung bezweckt. Um zu verdeutlichen, was bei einem Erfolg des Referendums geschieht, beschreibt die "Bild", was in Deutschland in diesem Fall passieren würde: "Präsident Steinmeier würde die Kanzlerin und alle Minister entlassen, mit selbst ernannten (SPD-)Beratern die Regierung übernehmen und versuchen, den Bundestag mit seiner Partei zu überschwermmen." 
Blick Türkei
Bild: Blick

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Die Schweizer Boulevardzeitung "Blick" hatte die in der Schweiz lebenden Türken vor zwei Wochen eindeutig dazu aufgefordert, "Nein zu Erdogans Diktatur" zu sagen. Die Reaktionen aus der Türkei fielen wie zu erwarten heftig aus. Die "Bild" vermeidet einen ähnlich klaren Aufruf. Axel Springer ist mit 7 Prozent an Dogan TV beteiligt, einem Tochterunternehmen des türkischen Medienkonzerns Dogan Yayin. Eine geplante direkte Beteiligung an dem Unternehmen wurde wegen eines Steuerstreits von Dogan Yayin mit den türkischen Behörden nie vollzogen. dh
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