Abschied von der "Blick"-Gruppe Wolfgang Büchner wechselt von Ringier zu Madsack

Mittwoch, 10. August 2016
Wolfgang Büchner
Wolfgang Büchner
Foto: Carsten Milbret / HORIZONT

Wolfgang Büchner beendet die Expedition Schweiz: Der Verlagschef der "Blick"-Gruppe verlässt den Ringier-Konzern und übernimmt beim Medienhaus Madsack in Hannover eine Führungsposition.
Wie HORIZONT aus sicherer Quelle erfährt, ist der Abschied Büchners seit Wochen beschlossen, sein Vertrag mit dem deutschen Verlagshaus ist bereits im Frühjahr unterschrieben worden. Offenbar mit Rücksicht auf die Interessen von Ringier-Chef Marc Walder sollte Büchners Abschied so lange vertraulich bleiben, bis ein Nachfolger für ihn gefunden ist. Büchner ist erst im vergangenen Jahr zu Ringier gekommen, zuvor war er Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", davor Chefredakteur von dpa. Bei Ringier sollte er die "Blick"-Gruppe - sie umfasst den "Blick", den "Sonntags-Blick", "Blick am Abend" sowie das Onlineportal Blick.ch - publizistisch weiterentwickeln und crossmedial aufstellen; seine Kompetenzen reichten auch in die journalistischen Belange hinein. 

Über die Gründe für seinen Abschied von Ringier schweigen sich die Beteiligten noch aus. Sicher scheint aber, dass Büchner selbst um die Auflösung seines noch bis 2017 laufenden Vertrages nachsuchte, um dem Ruf von Madsack-Chef Thomas Düffert zurück nach Deutschland zu folgen. 

Die "NZZ am Sonntag" hatte in dieser Woche gemutmaßt, Büchner sei bei Ringier durch die Berufung von Christian Dorer zum neuen Chefredaktor des "Sonntags-Blick" desavouiert worden. Diese Top-Personalie sei ohne seine Beteiligung direkt von Walder entschieden worden, außerdem passe sie nicht zu seinen Plänen, einen gemeinsamen Newsroom für alle Titel der Gruppe einzurichten. Ein angeblicher Insider wurde mit der These zitiert, dass Büchner "eigentlich nur der Abgang bleibt". Ein Abschied, der für wirkliche Insider allerdings längst bekannt gewesen sein muss. vs
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