"Abendzeitung" München Insolvenzverfahren stockt

Mittwoch, 14. Mai 2014
Das Tauziehen um die Zukunft der "Abendzeitung" München geht weiter
Das Tauziehen um die Zukunft der "Abendzeitung" München geht weiter


Das Insolvenzverfahren bei der Münchner "Abendzeitung" kommt nicht voran. Der 31. Mai als Termin für das Ende des vorläufigen Insolvenzverfahren sei nicht mehr zu halten, berichtet das "Handelsblatt". Ursprünglich hätten am vergangenen Freitag die letztehn Angebote für die insolvente Tageszeitung beim Insolvenzverwalter eingehen müssen. Doch der Zeitplan sei längst über den Haufen geworfen worden. Vor allem die Titelrechte an der "Abendzeitung" behindern das Insolvenzverfahren. AZ-Verleger Johannes Friedmann hatte die Rechte beim Verkauf der "AZ Nürnberg" an den Telefonbuchverleger Gunther Oschmann abgetreten. Nun könnten die fehlenden Markenrechte zum Knackpunkt für die Übernahme der insolventen Tageszeitung werden: Das sei "ein Dealbreaker für alle Interessenten", hatte ein Insider dem "Focus" gesagt. Oschmann verlangt angeblich eine siebenstellige Summe für die Namensrechte an der "Abendzeitung".

Auch das Verfahren ist offensichtlich kompliziert. Die Gespräche mit den Kaufinteressenten laufen über den Insolvenzverwalter Axel Bierbach. Die Markenrechte sind allerdings gar nicht Teil der Insolvenzmasse. Direkte Gespräche zwischen den drei Interessenten und dem Nürnberger Verleger Oschmann über die Markenrechte gebe es nicht, weiß das "Handelsblatt".

Zu den Kaufinteressenten zählen der ehemalige AZ-Geschäftsführer Ulrich Buser, die Zeitungsgruppe Ippen, die in München die "tz" und den "Münchner Merkur" herausgibt und der Medienagentur TV Medien, hinter der sich eine bislang unbekannte Investorin verbirgt. Angeblich gibt es noch ein oder zwei weitere mögliche Investoren, die aber noch keine Angebote abgegeben haben. dh
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