"Abendzeitung" Insolvenzverwalter liegen zwei Angebote vor

Donnerstag, 24. April 2014
Ende April wird der Copy-Preis der "Abendzeitung" auf 1 Euro angehoben
Ende April wird der Copy-Preis der "Abendzeitung" auf 1 Euro angehoben
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Die Reihen der Kaufinteressenten für die insolvente "Abendzeitung" in München lichten sich. Bis Ostern lagen dem Insolvenzverwalter zwei unverbindliche Angebote vor, mit einem weiteren Kaufinteressenten wird noch verhandelt. Am Mittwochnachmittag informierte der Insolvenzverwalter Axel Bierbach die Mitarbeiter der Münchner Boulevardzeitung bei einer Betriebsversammlung über den aktuellen Stand der Dinge. Das berichtet Newsroom.de. Demnach lagen Bierbach bis zu den Osterfeiertagen zwei indikative, also noch unverbindliche Kaufangebote für die insolvente Tageszeitung vor. Ein Käufer wolle lediglich die Marke "Abendzeitung" übernehmen, das zweite Angebot sieht vor, 30 Mitarbeiter zu behalten. Die Gespräche mit einem dritten Interessenten wurden durch die Feiertage ergebnislos vertagt.

Bis Anfang Mai müssen die Interessenten verbindliche Angebote vorlegen. In der vergangenen Woche hatte der Insolvenzverwalter gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, dass die möglichen Investoren "allesamt aus dem süddeutschen Raum" kommen.

Die Eigentümer der seit Jahren defizitären "Abendzeitung" hatten Anfang März Insolvenz beantragt. Nach Angaben der Geschäftsführung hat die zweitgrößte Boulevardzeitung aus München seit 2001 rund 70 Millionen Euro Verlust gemacht. Im vergangenen Jahr lag das Minus bei rund 10 Millionen Euro. Die "Abendzeitung" hat aktuell eine verkaufte Auflage von 114.303 Exemplaren, davon 34.914 im Abonnement. Der Hauptkonkurrent, die "tz München" kommt auf eine verkaufte Auflage von 134.692 Exemplaren und 35.407 Abonnenten. Aktuell sind 110 Mitarbeiter für die "Abendzeitung" tätig, davon 50 Redakteure.

Ab dem 8. April wird der Preis für die Zeitung von 60 Cent auf 1 Euro angehoben. Die Preiserhöhung wird durch eine Werbekampagne unterstützt. Deren Claim lautet: "Wir verkaufen uns nicht mehr unter Wert". Bislang hat die "Abendzeitung" nach Angaben des Insolvenzverwalters bei jeder verkauften Zeitung 30 bis 40 Prozent Verlust gemacht. dh
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