ARD sauer über Zahlen zu Scholl-Vertrag "Vorsätzliche Bösartigkeit"

Dienstag, 28. Juni 2016
Mehmet Scholl mit ARD-Moderator Matthias Opdenhövel (li.)
Mehmet Scholl mit ARD-Moderator Matthias Opdenhövel (li.)
Foto: WDR/Sachs
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Mehmet Scholl ARD Oliver Kahn Axel Balkausky


Ausgesprochen verärgert hat die ARD auf Meldungen über ein angebliches Millionen-Honorar für ihren Fußball-Experten Mehmet Scholl reagiert. Der frühere Nationalspieler kommentiert derzeit die EM-Spiele in Frankreich und erhält nach Angaben des Medien-Branchendienstes "kress pro" 50.000 Euro pro Einsatz. Insgesamt soll Scholl im EM-Jahr 1,6 Millionen Euro verdienen.

"Es gleicht beinahe schon vorsätzlicher Bösartigkeit, welche Zahlen auch hier im Zusammenhang mit dem Expertenvertrag von Mehmet Scholl geschrieben und vervielfältigt werden", erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Dienstag zu den kursierenden Gerüchten. Genaue Zahlen nannte er nicht.

"Generell werden wir uns zu vertraglichen Inhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht äußern. Nur so viel, auch diese derzeit im Raum stehenden Summen entsprechen nicht annähernd der Realität und entbehren jedweder Grundlage", ergänzte Balkausky.

ZDF-Experte Oliver Kahn
ZDF-Experte Oliver Kahn (Bild: ZDF / Sascha Baumann)
Der frühere Nationalkeeper Oliver Kahn, der als ZDF-Experte über die EM berichtet, soll nach Informationen des Branchendienstes ein ähnlich hohes Honorar wie Scholl kassieren. 
„Diese derzeit im Raum stehenden Summen entsprechen nicht annähernd der Realität und entbehren jedweder Grundlage.“
Axel Balkausky

Dazu sagte Robert Niemann, für Kahns Vermarktung zuständig, der "Huffington Post": "Die Zahlen sind für uns nicht nachvollziehbar." Grundsätzlich gebe es keine Auskünfte über Vertragsinhalte, doch bekannt sei ja, dass Kahn einen mehrjährigen Vertrag mit dem Sender habe. "Und da wird nichts mit irgendwelchen Tageshonoraren abgerechnet", sagte Niemann.

Auch 
Oliver Kahn hat die Meldung über ein angebliches Millionenhonorar für seine Arbeit als ZDF-Experte dementiert. "Hierbei handelt es sich um eine eklatante Falschmeldung, die jeglicher Grundlage entbehrt. Kress.de verbreitet eine Fehlinformation, die bewusst Neid und Missgunst in der Öffentlichkeit in Kauf nimmt und den Zuschauern die Freude an der Berichterstattung vermiesen soll", teilte Kahn am Dienstag auf seiner Facebook-Seite mit. 

Der Chefredakteur von "kress pro", Markus Wiegand, verwies darauf, dass die beiden früheren Bayern-Profis nicht von einem privaten TV-Sender bezahlt werden. "Solange Scholl und Kahn aber durch Gebührengelder honoriert werden, ist es ein Skandal. Die überragende Mehrheit der Zuschauer würde solche Summen niemals billigen, wenn sie davon wüsste", schrieb er im Editorial des Magazins. dpa

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