"ARD in Zahlen" Rundfunkanstalten üben sich in Transparenz

Donnerstag, 24. Oktober 2013
Auf der Website wird die Verwendung der Gebührengelder erklärt
Auf der Website wird die Verwendung der Gebührengelder erklärt


Was machen ARD und ZDF eigentlich genau mit dem Geld der Beitragszahler? Mit der Umstellung der Rundfunkgebühren ist der Druck auf die öffentlich-rechtlichen Sender, die genaue Verwendung ihrer Millioneneinnahmen offenzulegen, erneut gestiegen. Die ARD hat nun erstmals offengelegt, wie viel Geld sie für welche Aufgaben ausgibt - zumindest für einige ausgewählte Bereiche.
Wie viel gibt die ARD für Fernsehen aus, wie viel für ihre Radiosender? Was kostet eigentlich ein "Tatort" und wie viele Gebühren fließen in Sportrechte? Auf ihrer Website gibt die ARD auf diese Fragen nun erstmals Antworten - allerdings sehr selektiv. Absolute Zahlen werden beispielsweise so auf den einzelnen Gebührenzahler heruntergerechnet, dass sich vieles erst einmal recht harmlos anhört. So lernt der interessierte Leser, dass für einen "Tatort" im Schnitt 22 Tage lang gedreht wird. Im Schnitt kostet eine Folge zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro. Von den 17,98 Euro Rundfunkbeitrag, die jeder Haushalt pro Monat zahlt, werden etwa 15 Cent pro Monat für den "Tatort" und den "Polizeiruf 110" verwendet. Außerdem wird die Kostenstruktur einer Produktion prozentual aufgeschlüsselt: So fließt 20 Prozent des Budgets in Honorare und Gagen für die Darsteller. Wie viel ein Hauptdarsteller pro Folge bekommt, legt die ARD indes nicht offen - noch nicht einmal als Durchschnittswert.

Bei den Ausgaben für Sportrechte bleibt die ARD ebenfalls sehr vage: "Für große Sportevents wie die Olympischen Spiele oder Fußball-Weltmeisterschaften interessieren sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer. Das wissen auch die Verbände und Organisationen, entsprechend hoch ist der Preis für die Rechte und Lizenzen", lässt die ARD wissen. Genaue Zahlen werden nicht genannt. Wer mehr wissen will, muss selbst nachrechnen: "Für den einzelnen Beitragszahler ist der Preis jedoch überschaubar", schreibt die ARD: "Umgerechnet zahlt jede Zuschauerin und jeder Zuschauer für die gesamte Sportberichterstattung im Ersten 72 Cent von 17,98 Euro im Monat."

Auskunftsfreudiger ist die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten in Bezug auf ihre Auslandsberichterstattung. Demnach beschäftigt die ARD aktuell 45 TV-Korrepondenten für die Radiosender der ARD berichten 60 Korrespondenten aus dem Ausland. Im Jahr 2012 lagen die Kosten für die Auslandsberichterstattung der ARD bei 67 Millionen Euro - oder umgerechnet 16 Cent pro Monat und Gebührengebührenzahler. Die ARD gibt für Sportrechte also 4,5 mal so viel aus wie für ihre gesamte Auslandsberichterstattung. Viel mehr als ein paar sorgsam ausgewählte Einblicke in die Kostenstruktur der ARD bieten die Zahlen also nicht - sie sind aber immerhin ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz. dh
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