ARD bestätigt Am Samstag startet die neue "Tagesschau"

Dienstag, 15. April 2014
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Seit Tagen wird über Veränderungen bei der "Tagesschau" und den Sendestart aus dem neuen Studio spekuliert. Am Montag kündigte Chefsprecher Jan Hofer via Facebook den Start der Nachrichtensendung im neuen Gewand für Samstag an. Nun hat auch ARD die Inbetriebnahme des neuen Studios offiziell bestätigt. "Noch 5 Tage - dann gibt es eine "neue" Tagesschau!", gab Hofer am Montag auf seinem Facebook-Profil bekannt. Unterdessen hat die ARD bei Youtube weitere Videos veröffentlicht, die auf den Start der neuen "Tagesschau" vorbereiten sollen. Im dem am Montag eingestellten Clip heißt es wörtlich: "Nachdem gestern bereits bekannt wurde, dass die Tagesschau in Zukunft aus einem neuen Studio gesendet wird, wollen alle wissen, wie die neue Tagesschau nun aussieht." In den "Tagesthemen" war außerdem ein Countdown versteckt, der die Tage bis zur Inbetriebnahme des neuen Studios herunterzählte. Für die Maßnahmen rund um den Start war die Agentur Fischer-Appelt verantwortlich.


Am Nachmittag bestätigte auch die ARD, dass die Tagesschau ab dem 19. April aus dem neuen Studio auf Sendung geht. Neben Veränderungen am Vorspann und einem neuen On-Air-Design ist die bedeutendste Neuerung die 17,5 Meter breite Videowand, auf die mit sieben Beamern künftig Bilder, Videos und Schrifteinblendungen projiziert werden. Schwierige Sachverhalte sollen mit animierten Grafiken anschaulicher dargestellt werden. Außerdem kommen im neuen Studio mehr Fotos zum Einsatz: "Mit großformatigen Fotos können wir die Themen ausdrucksstärker, authentischer und emotionaler bebildern", sagt Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD Aktuell. "Das erhöht die Verständlichkeit. Wir möchten den Zuschauern seriösen Nachrichtenjournalismus in einer ansprechenden und modernen Aufmachung bieten."

Die größten Änderungen wird es bei den "Tagesthemen" geben. Die Moderatoren können sich künftig frei im Studio bewegen: "Sie sind im Studio unterwegs, werden nicht mehr durch die Tischkante bildlich eingeschränkt. Dadurch haben unsere 'Anchorwomen' und unser 'Anchorman' optimale Möglichkeiten, komplexe Sachverhalte noch besser zu erklären", erklärt der zweite Chefredakteur Thomas Hinrichs.

Eigentlich sollte das ARD-Nachrichtenflaggschiff bereits seit 2012 aus dem neuen, rund 24 Millionen Euro teuren Studio senden. Probleme mit der Software für die Steuerung der neuen Videowand hatten den Umzug in das neue Studio allerdings immer wieder verzögert. Ein erster Testlauf war Ende 2012 gescheitert. Im Juni 2013 verkündete der NDR "Fortschritte bei der Fehlerbehebung".

"Für uns war klar: Probieren und Üben im Echtbetrieb würde es bei der Tagesschau nicht geben. Erst wenn alle Systeme fehlerfrei und zur völligen Zufriedenheit laufen, wollten wir auf Sendung gehen", betont Gniffke: "Dies ist jetzt der Fall - dank intensiver Arbeit des Grafiksystem-Herstellers, der Produktion und der Redaktion von ARD-aktuell."

Am grundlegenden Konzept der Sendung wird sich indes nichts ändern: "Wir werden nicht die Form der Sendung verändern. Sie wird weiterhin nicht moderiert werden", betonte NDR-Intendant Lutz Marmor bei der jüngsten Sitzung der ARD-Intendanten in München. dh
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