ARD Vertrag mit Boxveranstalter Sauerland wird nicht verlängert

Dienstag, 29. April 2014
Programmdirektor Volker Herres spricht von "finanziellen Rahmenbedingungen" (Bild: ARD)
Programmdirektor Volker Herres spricht von "finanziellen Rahmenbedingungen" (Bild: ARD)
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Nun also doch: Die ARD hat bekannt gegeben, den umstrittenen Vertrag mit dem Boxveranstalter Sauerland, der zum Jahresende ausläuft, "in seiner bisherigen Form" nicht zu verlängern. Offiziell begründet wir dieser Schritt mit finanziellen Rahmenbedingungen. Um den Boxsport im Ersten gibt es innerhalb der Sendeanstalt allerdings schon länger Zank. Wie es weitergeht, soll im laufenden Jahr entschieden werden. "Wir blicken auf eine sehr gute langjährige Zusammenarbeit mit dem Sauerland-Boxstall zurück, für die ich mich herzlich bedanken möchte", so Programmdirektor Volker Herres. "Doch bei zunehmend eingeschränkten finanziellen Rahmenbedingungen müssen wir uns in verschiedenen sportlichen Bereichen leider einschränken." Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge zahlte die ARD zuletzt 13 Millionen Eurp pro Jahr an den Boxstall. Bei Sauerland gibt es indes noch Hoffnung auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit: "Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Gespräche mit der ARD führen und sind zuversichtlich, dass wir eine für beide Seiten gute Lösung finden werden", sagte Geschäftsführer Kalle Sauerland laut Spiegel Online.

Die gemeinsame Zeit sei geprägt gewesen von hervorragenden Einschaltquoten, populären Boxsportlern sowie spannenden und fairen Kämpfen, sagte Herres noch. Dieser Satz liest sich wie eine Reaktion auf die internen Querelen, die es zuletzt um die Box-Übertragungen bei der ARD gab. Insbesondere Ruth Hieronymi, Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates, hatte sich gegen eine weitere Zusammenarbeit mit Sauerland ausgesprochen. "Das Ziel beim Profiboxen, den Gegner bis zur Wettkampfunfähigkeit zu schlagen, ist mit den Anforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht zu vereinbaren", sagte sie zuletzt in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche".

Dass der Boxsport bei der ARD insgesamt zur Disposition steht, wird auch aus dem letzten Satz der Pressemitteilung zum Thema Sauerland deutlich: "Wie es generell mit dem Boxsport in der ARD ab 2015 weiter gehen soll, werden die Intendantinnen und Intendanten im Spätsommer intern und dann mit den zuständigen Gremien der ARD-Landesrundfunkanstalten beraten", heißt es dort. ire
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