ARD-Nachrichten "Tagesschau" bezeichnet AfD nicht mehr als rechtspopulistisch

Mittwoch, 19. Oktober 2016
Kai Gniffke ist Chefredakteur von ARD Aktuell
Kai Gniffke ist Chefredakteur von ARD Aktuell
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In den Nachrichtensendungen der ARD will man im Zusammenhang mit der AfD auf den Zusatz "rechtspopulistisch" verzichten. Das verkündete ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke bei einem Medienkongress. Viele Zuschauer hätten den Begriff als zu belehrend empfunden.
Man verzichte bereits seit einiger Zeit darauf, die AfD stets mit dem Zusatz "rechtspopulistisch" zu versehen, sagte Gniffke beim Evangelischen Medienkongress. "Hintergrund dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass die AfD nicht zuletzt aufgrund der zurückliegenden Landtagswahlen einen solch hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dass es der permanenten Einordnung durch dieses Attribut nicht mehr Bedarf, um den Zuschauerinnen und Zuschauern eine Orientierung zu ermöglichen", sagte Gniffke gegenüber dem "Tagesspiegel".
Zudem hätten Teile des Publikums die permanente Nennung der 'rechtspopulistischen AfD' als "Versuch einer Bevormundung" empfunden, der nicht dem Anspruch der "Tagesschau" entspreche. Ungeachtet dessen halte er die Partei aber nach wie vor für rechtspopulistisch, stellte Gniffke per Twitter klar.

Die AfD begrüßte die Entscheidung von ARD Aktuell. "Wunder gibt es immer wieder", twittert die Parteivorsitzende Frauke Petry. Auch ihr Vize Alexander Gauland meldete sich zu Wort: "Es ist löblich, dass der ARD-Chef Gniffke sich dazu durchgerungen hat, die AfD nicht mehr als 'rechtspopulistisch' zu bezeichnen. Denn erstens sind wir eine demokratische Partei, die für rechtsstaatliche Prinzipien eintritt und sich in kein Rechts-links Spektrum einordnen lässt. Zweitens hat Herr Gniffke vollkommen zurecht erkannt, dass die Menschen es seit langem satthaben, von den Medien bevormundet und belehrt zu werden", ließ der stellvertretende Parteivorsitzende per Pressemitteilung wissen. Es sei nun an der Zeit, dass auch anderen Medien "unseriöse Adjektive" in Bezug auf die AfD aufgeben und "neutral berichten". dh
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