ARD Medienlese Hubert ohne Staller - ARD-Vorabendserie verliert Hauptdarsteller

Freitag, 20. Oktober 2017
Die ARD fuhr für ihre Medienlese viel Prominenz auf
Die ARD fuhr für ihre Medienlese viel Prominenz auf
© AS&S

Eine kleine Überraschung verkündete ARD-Programmdirektor Volker Herres ganz nebenbei: In der nächsten Staffel der erfolgreichen Vorabendkrimiserie "Hubert und Staller" ermittelt nur noch Hubert - Staller alias Schauspieler Helmfried von Lüttichau scheidet aus der Serie aus. Die Serienfigur zieht es nach Italien: "Der Liebe wegen." Neben dieser Neuigkeit hatte Herres nur wenig Neues, aber sehr viel Verlässliches zu berichten: Bei der traditionellen ARD-Medienlese, die dieses Jahr im Münchner Bayerischen Hof stattfand, stellte er den anwesenden Kunden die Highlights  der kommenden TV-Saison vor: Quiz, Sport und Serien bilden die bewährten Vorabend-Säulen.

"Alles eine Frage der Haltung" überschrieb Herres seine Präsentation: Dass die ARD zunächst keine überzogenen Preise für die Übertragungsrechte der Olympischen Spiele gezahlt habe, sich aber im Spätsommer mit Inhaber Discovery doch auf eine Ausstrahlung geeinigt habe, sei eben die richtige Haltung gewesen. Umso mehr freue er sich nun, dass im Februar von den Olympischen Winterspielen und im März von den Winterparalympics aus dem südkoreanischen Pyeongchang berichtet werden könne. 

2018 wird für den Sender in jedem Fall wieder ein starkes Sportjahr, schließlich steht neben Olympia und der normalen Wintersportberichterstattung auch wieder die Fußballweltmeisterschaft in Russland an. Ein Grund, warum Elke Schneiderbanger, Chefin der ARD Sales & Services und Gastgeberin des Kunden-Abends, höchst zuversichtlich auf die kommenden Monate blickt: Das vergangene Jahr sei für einen Rekordumsatz gut gewesen - und das ganz ohne großes Fußball-Event. Die Vermarktung sollte 2018 also durchaus noch einmal einen Sprung machen.

Außerdem will die ARD eine weitere Sportart in den Fokus rücken: Während der Länderspielpause im November überträgt sie erstmals eine komplette Handball-Ligapartie live. Man wolle zeigen, dass es jenseits von Fußball starken Sport gebe, Handball als Ballsportart Nummer 2 in Deutschland solle so gestärkt werden - auch im Hinblick auf die Handball-Weltmeisterschaft im eigenen Land 2019. 

Im wichtigen Vorabendgeschäft sollen dabei weiterhin die erwähnten erfolgreichen Serien helfen, neben den Krimis hat sich dabei längst auch "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" als Quotenbringer etabliert. "Jeden Donnerstag liefern sie verlässlich zweistellige Marktanteile", so Herres. 

Und dann sind da natürlich die Quizformate, die es seit kurzem auch alle vereint in der neuen ARD-Quiz-App gibt. Sie soll ab kommendem Frühjahr noch stärker beworben werden, spätestens, wenn Jörg Pilawa im Februar mit neuen Live-Folgen vom "Quizduell" auf Sendung geht. Dieses wie auch "Gefragt - Gejagt" (ab April) und "Wer weiß den sowas?" können alle aus der gleichen Smartphone-App heraus mitgespielt werden. 

Die Quiz-App fällt wohl auch unter den Begriff "breites Angebot in Hörfunk, TV und Internet", von dem Manfred Krupp, Intendant und Hauptgeschäftsführer des HR, in seiner Rede sprach. Über alle drei Kanäle erreiche man jegliche Zielgruppe. Natürlich ließ es sich Krupp in diesem Zusammenhang nicht nehmen, kurz auf die aktuellen Debatten einzugehen, die das jüngst vorgestellte Grundsatzpapier zu Spar- und Umbauplänen der ARD-Anstalten ausgelöst hat. Man stehe ja zurzeit stark im medialen Fokus, was den Gästen des Abends, also den Kunden aber nur recht sein könne, denn: "Werber wissen: Wer im Fokus steht, ist relevant." 

Die Forderung von Sachsen-Anhalts CDU-Medienminister Rainer Robra, die "Tagesschau" aufgrund mangelnder Relevanz abzuschaffen, konterte Krupp mit der höchsten Reichweite seit Bestehen des Formats in diesem Jahr. Und auf die Forderungen des VPRT, der eine weitere Reduzierung der Werbezeiten der Öffentlich-Rechtlichen vorschlägt, erwiderte er deutlich: "Werbung ist ein elementarer Bestandteil unserer Mischkalkulation!" Gerade einem jüngeren Publikum signalisiere Werbung außerdem einen Bezug zur Realität. In Zukunft wolle man zum gewohnten Markenimage Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität noch stärker auf Innovationen setzen. son

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