ARD Boxübertragungen werden mehr und mehr zum Zankapfel

Montag, 14. April 2014
Der Streit ums Boxen bei der ARD wird offenbar heftiger (Bild: Schulz-Design/Fotolia)
Der Streit ums Boxen bei der ARD wird offenbar heftiger (Bild: Schulz-Design/Fotolia)


Der Streit darüber, ob Boxkämpfe Teil des ARD-Programms bleiben sollen, wird innerhalb der Sendeanstalt offenbar immer heftiger. Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge wächst der Widerstand gegen die Pläne von Rundfunkrätin Ruth Hieronymi, einer Verlängerung des umstrittenen Vertrags mit dem Boxstall Sauerland nicht zuzustimmen. "Der Kampf ums Boxen hat hohen Symbolwert. Es geht auch darum, wer in Sachen Inhalte eigentlich das Sagen hat - Programmverantwortliche oder Gremien", zitiert die "Wiwo" einen "hochrangigen ARD-Manager". Dass der Streit diese Richtung bekommt, liegt sicherlich auch an dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das Fernsehrat und der Verwaltungsrat des ZDF eine zu große Staatsnähe bescheinigt hatte.

Wie es mit mit Boxen bei der ARD weitergeht, soll bis Sommer entschieden sein. Zum Ende des Jahres läuft der Kontrakt mit dem Boxveranstalter Sauerland aus. Auf Senderseite ist man offensichtlich zufrieden mit den Übertragungen, die hohe Einschaltquoten bringen. Jedenfalls gebe es "keinen Grund, Boxen pauschal zu verdammen", so ein ARD-Manager laut "Wirtschaftswoche".

Hieronymi, Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates, will jedoch weiter gegen eine Verlängerung des Sauerland-Vertrags aussprechen: "Das Ziel beim Profiboxen, den Gegner bis zur Wettkampfunfähigkeit zu schlagen, ist mit den Anforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht zu vereinbaren", sagte sie zu dem Wirtschaftsmagazin. Und auch Einschaltquoten will sie nicht gelten lassen. "Die Quote allein kann für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht das entscheidende Kriterium sein." ire
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