ARD Boxübertragungen vor dem Aus?

Montag, 31. März 2014
Der Boxsport steht bei der ARD offenbar auf dem Prüfstand (Bild: Schulz-Design/Fotolia)
Der Boxsport steht bei der ARD offenbar auf dem Prüfstand (Bild: Schulz-Design/Fotolia)
Themenseiten zu diesem Artikel:

ARD Boxübertragung Sauerland FAS Boxkampf Sendeanstalt Streit



Innerhalb der ARD ist offenbar erneut ein Streit um die Bedeutung von Boxkämpfen für das Programm der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt entbrannt. Anlass ist das Auslaufen des umstrittenen Vertrags mit dem Boxveranstalter Sauerland zum Ende dieses Jahres. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, wollen einige Rundfunkräte diese Gelegenheit nutzen, um sich für den Ausstieg der ARD aus der Sportart stark zu machen. Der Kontrakt mit dem Sauerland-Stall, der die ARD laut "FAS" zuletzt etwa 13 Millionen Euro im Jahr kostete, war bereits bei der Verlängerung im Jahr 2011 innerhalb der ARD umstritten. Seinerzeit hatten bereits einige Rundfunkräte, allen voran die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates Ruth Hieronymi, eine kritische Haltung zu dem Millionen-Deal an den Tag gelegt und dafür gesorgt, dass der Vertrag nachträglich gestutzt werden musste. Das Gremium hatte damals angekündigt, keinen weiteren Boxverträgen mehr zustimmen zu wollen.

Offenbar machen die Kritiker nun ernst: Erneut angeführt von Hieronymi, plädieren sie für einen Ausstieg der ARD aus dem Boxsport. Laut "FAS" werden dabei die kontroversen Debatten über die Sportart in der Öffentlichkeit, Verletzungsgefahr für die Sportler sowie die vergleichsweise hohe Gefahr von Absprachen als Kritkpunkte angeführt. Zudem dürften nicht zuletzt die hohen Kosten für das Rechtepaket eine große Rolle im Argumentationsmuster der Kritiker spielen. Immerhin fehlt das Geld für anderweitige Programminvestitionen.

Allerdings haben auch die Programmverantwortlichen beim Sender einige Argumente auf ihrer Seite. Denn auch wenn Boxsport hierzulande in erster Linie mit den RTL-Gesichtern Vitali und Wladimir Klitschko verbunden ist: Für die ARD sind die Kämpfe von Boxern wie Artur Abraham oder Robert Stieglitz Quotenrenner. Wie Sauerland-Chef Freddy Ness der "FAS" sagte, habe man im vergangenen Jahr durchschnittlich 3,3 Millionen Zuschauer und 20 Prozent Marktanteil erzielt. Deswegen sind die Berliner auch auf einen Anschlussvertrag aus.

Was die Senderverantwortlichen ebenfalls in die Karten spielen dürfte: Wie die "FAS" unter Berufung auf interne Runden berichtet, profitierten Informationsangebote wie die "Tagesthemen" oder auch das "Wort zum Sonntag" im Programmumfeld von den zuschauerstarken Box-Übertragungen. ire
Meist gelesen
stats