AOL-CEO Tim Armstrong "Oath ist schon heute fast so groß wie Netflix"

Montag, 19. Juni 2017
Oath ist auch auf den Cannes Lions Thema
Oath ist auch auf den Cannes Lions Thema
© Cannes Lions

Aus AOL und Yahoo ist eins geworden - das lässt sich in Cannes nicht übersehen. Oath, die Dachmarke des neu aufgestellten Konzerns, prangt in riesigen Buchstaben an der Fassade des Majestic Hotels, Lichtinstallationen symbolisieren die Verschmelzung der Unternehmensbereiche. Kaum weniger spektakulär die Ankündigungen der versammelten Führungsriege: "Im Jahr 2020 erreichen wir zwei Milliarden Konsumenten und machen zwischen 10 und 20 Milliarden US-Dollar Umsatz", sagt CEO Tim Armstrong.

Die Formulierung ist schlau gewählt, schließlich ist es ja schon noch ein Unterschied, 10 oder 20 Milliarden Dollar zu verdienen. Armstrong zufolge werde man aber den oberen Bereich erreichen können: "Wir sind heute schon ungefähr so groß wie Netflix." Deshalb präsentiert sich die Oath-Spitze, was die Wachstumsperspektiven betrifft, sowohl zuversichtlich als auch entspannt. Aktuell erreichen AOL und Yahoo nach eigenen Angaben zusammen rund 1,3 Milliarden User im Monat. Durch die zunehmende Integration der Konzernmarken - Oath vereint fortan AOL, Yahoo sowie mehr als 50 Media- und Tech-Brands unter sich - sowie durch die geplante weltweite Expansion werde diese Zahl schnell steigen. 

Armstrong zufolge profitiert Oath vor allem von der Forderung der Werbungtreibenden nach mehr Transparenz und vertrauensvollen Umfeldern. Letzteres ist aktuell nicht unbedingt die Stärke von Google und Facebook - als Konkurrenz zu den Internetriesen sieht sich Oath aber nicht. "Wir fragen uns, wie wir in der digitalen Welt sichere und vertrauenswürdige Umfelder für Marken schaffen können", sagt der Unternehmenschef. Er sieht sich künftig lieber als Bestandteil folgendes Dreiklangs: "Google ist Search, Facebook Social - und Oath sind die Brands."

Im April dieses Jahres hatte Mutterkonzern Verizon angekündigt, sein bisheriges AOL-Werbegeschäft und den Zukauf Yahoo in einer neuen Dachgesellschaft namens Oath zusammenzuführen. Verizon gehört über AOL bereits unter anderem die Online-Zeitung "Huffington Post". kan

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