AGF-Forum Arbeitsgemeinschaft startet Streaming-Messung

Mittwoch, 02. Oktober 2013
Die neue AGF-Vorsitzende Karin Hollerbach-Zenz (Foto: AGF)
Die neue AGF-Vorsitzende Karin Hollerbach-Zenz (Foto: AGF)

Bereits seit einem Vierteljahrhundert misst die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) in Zusammenarbeit mit der GFK, der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg, die Einschaltquoten und Marktanteile im Fernsehen. Nun kommt die AGF zumindest in Teilen dem langfristigen Ziel näher, auch Online-Bewegtbildangebote zu messen: Künftig wird die Nutzung von Video-Streaming im Internet erhoben. Dafür geht die AGF nun eine Kooperation mit dem Medienforschungsunternehmen Nielsen ein und erhält damit Zugriff auf dessen Online-Panel mit rund 25.000 Internetnutzern. Perspektivisch sollen diese Daten mit dem linearen TV-Panel der AGF zusammengeführt werden, erläutert die neue Vorstandsvorsitzende Karin Hollerbach-Zenz beim Jahresforum der Arbeitsgemeinschaft in Frankfurt. Hollerbach-Zenz verantwortet bei Seven One Media den Bereich Committees Representation und hat den Vorstandsvorsitz bis zum 31. Dezember 2015 inne.

Um die Nutzung von Online-Streaming-Angeboten zu erfassen, kommt eine zweistufige Methode zum Einsatz. Außer der Panel-Messung von Nielsen, die in einigen Punkten auf die Bedürfnisse der AGF angepasst wurde, findet zudem eine standardisierte, anonyme Vollerhebung der Webvideo-Angebote der einzelnen Sender statt. Hierfür wurde in jeden Videoplayer ein spezieller Messcode eingebettet. Aktuell beteiligen sich an der Erhebung noch ausschließlich die Gesellschafter der AGF, weitere Anbieter sollen aber bald folgen. "Wir sind sehr offen für alle Player auf dem Markt", wirbt Hollerbach-Zenz um neue Partner. Konkrete Anfragen, etwa von Verlagen, habe es aber noch nicht gegeben.

Erste Ergebnisse sollen im November vorliegen, wenn erstmals eine wöchentliche Top-10-Liste der meistgesehenen Streaming-Angebote veröffentlicht wird. Paneldaten will die AGF ab Januar 2014 zur Verfügung stellen. Die Integration in das eigene TV-Panel ist dann für Anfang 2015 geplant. Erheblicher Nachholbedarf besteht noch bei der Messung mobiler Endgeräte - derzeit fließt nur die Nutzung über PCs und Laptops in die Erhebung ein. An der mittelfristigen Integration von Smartphones und Tablets in die Analyse wird aber gearbeitet, so Robert Schäffner, Markt- und Medienforscher bei IP Deutschland. fam
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