ADAC ARD und ZDF kritisieren Filmverbot bei Hauptversammlung

Freitag, 02. Mai 2014
Der ADAC will sein Image wieder aufpolieren - bislang aber vergeblich (Foto: ADAC)
Der ADAC will sein Image wieder aufpolieren - bislang aber vergeblich (Foto: ADAC)


Kameras unerwünscht: Der ADAC will bei seiner Hauptversammlung am kommenden Samstag in Saarbrücken während des offiziellen Teils keine Ton- und Filmaufnahmen zulassen. ARD und ZDF kritisieren die Entscheidung. Das Filmverbot widerspreche dem Versprechen des Clubs nach mehr Transparenz. Eigentlich will sich der ADAC bei seiner diesjährige Hauptversammlung am 10. Mai in Saarbrücken neu aufstellen und die Skandale der jüngsten Vergangenheit endlich hinter sich lassen. Doch in punkto Transparenz tut sich der Automobilverein nach wie vor schwer: Während des offiziellen Teils der Hauptversammlung sind Film- und Tonaufnahmen unerwünscht.

Das Kameraverbot diene dazu, den "reibungslosen und ordnungsgemäßen Ablauf der Hauptversammlung zu gewährleisten sowie die Persönlichkeitsrechte der Delegierten zu wahren", so die Begründung des ADAC. Dies entspreche außerdem "der üblichen Praxis bei entsprechenden Veranstaltungen anderer Organisationen". Im Umfeld der Hauptversammlung sind Bild- und Tonaufnahmen sowie Interviews möglich.

ARD und ZDF reagierten verwundert auf die Einschränkungen. Es sei "höchst bedauerlich", dass der Automobilclub keine Bild- und Tonaufnahmen zulassen will, erklärten die Chefredakteure von ARD und ZDF, Thomas Baumann und Peter Frey am Donnerstag. Dies widerspreche den Ankündigungen eines tiefgreifenden Reformprozesses und größerer Transparenz. Angesichts der Mitgliederzahl im zweistelligen Millionenbereich bestehe ein großes Interesse der Öffentlichkeit, sich ein Bild von dem angekündigten Reformprozess zu machen.

Das Motto der Hauptversammlung lautet ironischerweise "ADAC - Reform für Vertrauen". Der Club will bei seinem Treffen erste Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen präsentieren, die in den vergangenen Wochen und Monaten Reformvorschläge erarbeitet haben. Der Automobilclub war nach Manipulationen bei dem Autopreis "Gelber Engel" und Kritik an der Führung des Vereins in eine tiefe Imagekrise geschlittert. dh
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