7-Screen-Chefin Eva Adelsgruber "Konkurrenz belebt das Geschäft"

Freitag, 05. August 2016
Eva Adelsgruber verantwortet das Digital-Out-of-Home-Geschäft von Pro Sieben Sat 1
Eva Adelsgruber verantwortet das Digital-Out-of-Home-Geschäft von Pro Sieben Sat 1
Foto: P7S1
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Eva Adelsgruber ProSiebenSat.1 Außenwerbung


Es tut sich was im eigentlich recht beschaulichen Markt der digitalen Außenwerbung, der seit Jahren vor allem aus Ströer und Wall Decaux besteht. Mit der Pro-Sieben-Sat-1-Tochter 7 Screen ist im Februar dieses Jahres ein neuer Player auf den Plan getreten, der den öffentlichen Raum mit Bewegtbild- und TV-Inhalten erobern will. Im HORIZONT-Interview spricht Geschäftsführerin Eva Adelsgruber nun erstmals über ihre  Wachstumspläne.
 
Frau Adelsgruber, mit Pro Sieben Sat 1 im Rücken sind Sie im Februar angetreten, vor allem das Digitalgeschäft aufzumischen. Wie ist die Stimmung nach gut einem halben Jahr? Läuft alles? Wir hatten einen guten Start in dieses Media-Segment – das ist zumindest das, was uns von unseren Kunden, Agenturen und Standortbetreibern widergespiegelt wird. Für unsere USP haben wir zahlreiche Hausaufgaben gemacht: Wir setzen bei unseren Screens rein auf Bewegtbild und das vorwiegend an Standorten, an denen sich der Konsument in einer Rezeptionssituation mit längerer Verweildauer befindet. Viele Screens wurden schon aufgerüstet.

Die Managerin

Eva Adelsgruber verfügt über rund 20 Jahre Erfahrung in der Medien- und Telko-Industrie. Ihre Karriere begann sie 1999 bei KPMG, im Anschluss daran machte sie sich selbstständig und beriet Kunden wie Telefónica und Sky bei der Umsetzung neuer Wachstumsstrategien oder dem Eintritt in neue Märkte. Seit 2014 ist die 42-Jährige exklusiv für Pro Sieben Sat 1 tätig, zunächst als Beraterin, inzwischen als Vorsitzende der Geschäftsführung der Digital-Out-of-Home-Unit 7 Screen.
Zudem bieten wir inzwischen hochwertige Umfelder und exklusive Special-Ads. Noch während wir die Firma aufgebaut haben, haben wir das Produkt optimiert und mit unseren Partnern in die Infrastruktur investiert. Im ersten Halbjahr konnten wir so bereits zahlreiche Kunden für unsere Flächen gewinnen, darunter Ferrero, Amazon, Microsoft und Sky. Das zeigt, wir sind auf einem guten Weg.
Gewonnen heißt aber natürlich auch: den anderen Vermarktern weggeschnappt. Wie hat die Konkurrenz auf 7 Screen reagiert? Konkurrenz belebt das Geschäft. Der digitale Außenwerbemarkt wächst in Deutschland stark zweistellig. Digital-Out-of-Home nimmt nach neuesten Ergebnisse bereits 16 Prozent des gesamten Außenwerbemarktes ein, der um circa 3 Prozent wächst. Unsere Wettbewerber beobachten uns natürlich sehr aufmerksam, zumal wir ebenfalls den Markt sondieren und nach attraktiven Flächen Ausschau halten.

Der USP von 7 Screen ist die Kombination von ausgewählten Standorten – die Angebote nennen sich 7 Airport, 7 Highway, 7 Urban, 7 Shop und 7 Eat – mit exklusiven Bewegtbild-Inhalten der Sendergruppe
Der USP von 7 Screen ist die Kombination von ausgewählten Standorten – die Angebote nennen sich 7 Airport, 7 Highway, 7 Urban, 7 Shop und 7 Eat – mit exklusiven Bewegtbild-Inhalten der Sendergruppe (Bild: P7S1)

Wie genau wollen Sie weiter wachsen? Wir haben verschiedene strategische Pläne. Unser Ziel muss es sein, in den nächsten Jahren schneller als der Markt zu wachsen. Maßgeblich ist dabei natürlich der Netzausbau. Wir wollen unsere Touchpoints an Airports und in Shoppingcentern erweitern und auch im urbanen Bereich noch stärker werden. Unser Fokus liegt ganz klar im Aufbau exklusiver Flächen.


Perspektivisch soll Ihr Netz auch komplett programmatisch buchbar werden. Außenwerbung besticht aber doch vor allem durch ihre riesige Reichweite und weniger durch die immer genauere Aussteuerung nach Zielgruppen oder die direkte Ansprache, oder etwa nicht? Natürlich, Out-of-Home ist und bleibt ein One-to-many-Medium, und Reichweite ist auch in der Mediaplanung nach wie vor ein wichtiges Kriterium. Allerdings bekommen wir durch die Interaktion mit der Online- und Mobilewelt die Möglichkeit, den Nutzer noch einmal ganz anders zu addressieren. Die Welten vermischen sich, wir erfahren mehr über die Konsumenten, der Werbungtreibende bekommt bessere Informationen und Reportings. Dennoch möchte ich den Hype um Programmatic etwas relativieren. Es wird sicher nicht so sein, dass jeder Kunde nächstes Jahr nur noch auf Interaktion und Micro-Targeting setzt. In unserer Gattung ist die für den Kunden relevante höhere Reichweite entscheidend und da wollen wir analog zu TV auch außerhalb der engen Zielgruppen mit einem Kaufimpuls mehr Absatz generieren. kan

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