20 Jahre SpOn Die Evolution von Spiegel Online

Mittwoch, 22. Oktober 2014
Die Chefredaktion von Spiegel Online (von rechts): Wolfgang Büchner (Chefredakteur), Barbara Hans (stellvertretende Chefredakteurin), Florian Harms (stellvertretender Chefredakteur) und Roland Nelles (Mitglied der Chefredaktion)
Die Chefredaktion von Spiegel Online (von rechts): Wolfgang Büchner (Chefredakteur), Barbara Hans (stellvertretende Chefredakteurin), Florian Harms (stellvertretender Chefredakteur) und Roland Nelles (Mitglied der Chefredaktion)
Foto: Foto: Olaf Ballnus

Am 25. Oktober 1994 ging der "Spiegel" als weltweit erstes Nachrichten-Magazin online. Den 20. Geburtstag des Online-Angebots feiert der Spiegel-Verlag nun mit einem Webspecial. Darin bereitet SpOn auf, was in den vergangenen 20 Jahren in der Welt geschah - und beim Spiegel selbst.
Heute streiten sie beim "Spiegel" über die richtige Verzahnung von Print und Online. Dass es auch eine Zeit gab, in der die Website des "Spiegel" tatsächlich allenfalls ein Anhängsel des gedruckten Blattes war, mag man sich heute, da der Verlag mit dem Online-Angebot Geld verdient, kaum vorstellen. Doch es gab sie, die graue Vorzeit - und der "Spiegel" erinnert dieser Tage selbst daran. "Wie Spiegel Online die Zukunft erfand", lautet der selbstbewusste Titel des Webspecials, in dem die Hamburger auf ihr digitales Werden zurückblicken. Ins digitale Zeitalter startete der "Spiegel" am 25. Oktober 1994 "mit zwei Redakteuren, einer schmucklosen Site und einem überschaubaren Nachrichtenangebot", wie der Verlag mitteilt. Uli Foerster und Gerhard Meißner heißen die beiden Kollegen, die wöchentlich zehn bis 15 Artikel aus dem gedruckten Heft ins Netz heben. Aus der in schlichtem Grau gehaltenen Seite wird ein Jahr später ein Webauftritt im "Spiegel"-Rot, der nun auch mit eigens geschriebenen Inhalten glänzen kann - und mit Werbung. "Doch zunächst müssen die Marketing-Experten des Spiegel der Werbewelt erklären, wofür dieses 'Online' eigentlich gut ist", heißt es süffisant im Web-Special.

  • 1996: Spiegel Online ist von einem umfassenden Nachrichtenangebot weit entfernt
    1996: Spiegel Online ist von einem umfassenden Nachrichtenangebot weit entfernt (Bild: Bild: Spiegel)
  • Bei SpOn erscheinen nun neben Agenturmeldungen auch eigene Inhalte
    Bei SpOn erscheinen nun neben Agenturmeldungen auch eigene Inhalte (Bild: Bild: Spiegel)
  • 1999: Die Seite wirkt deutlich moderner und erwachsener
    1999: Die Seite wirkt deutlich moderner und erwachsener
  • 2007: Spiegel Online erscheint in völlig neuem Gewand
    2007: Spiegel Online erscheint in völlig neuem Gewand
  • 2013: Mittlerweile bekommen Bewegtbildinhalte einen immer größeren Platz - auch im Aufmacherbereich
    2013: Mittlerweile bekommen Bewegtbildinhalte einen immer größeren Platz - auch im Aufmacherbereich
Bis 1999 wächst das SpOn-Team auf 18 Redakteure, die täglich mehr als 100 Artikel ins Netz stellen können. Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA bleibt die Seite im überlasteten Netz stets erreichbar und gewinnt ein Fünftel Nutzer hinzu. 2003 informieren sich wöchentlich 1,5 Millionen Menschen über das Portal, ein englischsprachiger Auftritt kommt hinzu (2004) und 2005 folgen erstmals schwarze Zahlen.

Unter Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron arbeitet Spiegel Online ab 2008 daran, das Multimedia-Angebot zu verbessern und auszubauen. Darüber hinaus werden neue Ressorts wie das Zeitgeschichte-Portal Einestages (2007), Kolumnisten, Karrierespiegel (beide 2011) oder Gesundheit (2012) eingeführt. In diesem Jahr ordnet Spiegel Online auch das Thema Storytelling einem eigenen Bereich zu: Im März 2014 übernimmt Jule Lutteroth den Aufbau eines eigenen Ressorts. Zudem forcieren die stellvertretenden Chefredakteure Barbara Hans und Florian Harms die mobile Revolution.

Heute arbeitet ein rund 150-köpfiges Redaktionsteam für Spiegel Online. Die Seite verzeichnet laut Agof 10,56 Millionen Unique User im Monat. Im September 2014 belief sich die Nutzung über das stationäre Internet und mobile Endgeräte auf 199 Millionen Visits und 952 Millionen Page Impressions. ire/mit Material von dpa
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