19. Deutsche Sponsoringtage Wie Apps das Sportbusiness verändern können

Donnerstag, 14. November 2013
All Things Digital? Jan Lehmann, Henning Stiegenroth, Martin Michel und Caspar Klot diskutierten
All Things Digital? Jan Lehmann, Henning Stiegenroth, Martin Michel und Caspar Klot diskutierten


Der TV-Bildschirm wird sicher noch auf lange Sicht das bevorzugte Medium der meisten Fußballfans sein - doch Rechteinhaber müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre wertvollen Inhalte anderweitig kapitalisieren können, etwa im Digitalen. Auf den 19. Deutschen Sponsoringtagen widmete sich das Panel mit dem Titel "All things Digital - Was sind die neuen Wertschöpfungsstufen im Fußball?" der Frage, wie das gelingen kann. Vor allem mobile Angebote, das wurde dabei wieder einmal deutlich, werden immer begehrter. Wie etwa Sky Go. 450.000 Sessions pro Spieltag verzeichnet Sky schon bei seinem Streaming-Angebot. Zudem hat der Bezahlsender das App-Angebot des 24-Stunden-Senders Sky Sport News HD im Portfolio - Abrufzahlen hierzu gibt es allerdings noch nicht. Martin Michel, Geschäftsführer des Vermarkters Sky Media Network, plädiert daher dafür, sich nicht länger mit Fragen wie "Ist die Zukunft Digital" zu beschäftigen: "Wir sind doch mittendrin. Wir sprechen nicht mehr über Digital-Strategien, sondern über Content-Strategien." Für Michel ist dabei von zentraler Bedeutung, dass Rechtepakete möglichst exklusiv gestaltet werden, um die dahinterstehenden Geschäftsmodelle zu schützen.

Dass der Markt sich dennoch immer weiter fragmentiert, zeigte nicht zuletzt die Anwesenheit von Caspar Klot auf dem Podium. Er ist Sales-Director bei dem Berliner Startup Motain, das die äußerst erfolgreiche iLiga-App entwickelt hat. Dort können Fans Zahlen, Daten und Fakten zu mehr als 100 Fußball-Ligen weltweit abrufen. 12 Millionen Mal wurde die App weltweit bislang heruntergeladen. Bis auf Live-Bewegtbild sei sie komplementär zu den Inhalten der Konkurrenz, das große Plus der iLiga soll aber ihre Usability sein, sagt Klot: "Wir wollen den Nutzer mit unserer App am einfachsten und am schnellsten erreichen." Bislang wird der Service noch über Werbung finanziert, doch von Klot sieht hier die Notwendigkeit zu neuen Formaten. "Mobile Banner sind ein Auslaufmodell", sagt er. Derweil sei man dabei, passgenaue Sponsorings mit Markenpartnern zu entwickeln.

Die App als Game Changer - in diesem Zusammenhang sollte man auch KamaKamaTV im Blick behalten, wie später bei der Gesprächsrunde "People to watch & Hidden Champions" deutlich wurde. Das Startup aus Isreal bietet Rechteinhabern eine Plattform, um ihre exklusiven Inhalte noch breiter zu spielen. Fußball-Fans sollen dort die Möglichkeit haben, sich per Push-Nachricht über Tore, Chancen oder Auswechslungen bei selbst ausgewählten Spielen informieren zu lassen - und die entsprechenden Szenen dann im Bewegtbild anzuschauen. Daher touren die Israelis derzeit durch die Welt und verhandeln mit Publishern.

Doch allen auf dem Digital-Podium ist klar: Die wirkliche Konkurrenz könnte in einigen Jahren aus ganz anderen Ecken kommen. Google und Apple sollen bereits bei der vergangenen Rechtevergabe in den Startlöchern gestanden haben. Ob beide tatsächlich bald mitbieten? "Ja", glaubt Jan Lehmann, Direktor Strategisches Marketing & Produktmanagement bei der Deutschen Fußball Liga, "wobei dann die Frage sein wird, ob Google und Apple auch selbst als Bieter auftreten." Auch Henning Stiegenroth, Leiter Sportmarketing der Telekom, und Michel rechnen mit den US-Giganten, "vor allem, je internationaler die Bundesliga wird", so der Telekom-Manager. Clot widerspricht nicht, gibt jedoch zu bedenken, dass Google dann die Rolle seiner Youtube-Plattform möglicherweise neu definieren müsse. Bislang positioniert sich das Video-Portal als reiner Aggregator, der für Inhalte keine Verantwortung übernehme. ire
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