"19 Milliarden sind ein Schnäppchen" Experte findet Whatsapp "günstig"

Freitag, 21. Februar 2014
Die Whatsapp-Übernahme ist weiter Gesprächsthema Nummer 1
Die Whatsapp-Übernahme ist weiter Gesprächsthema Nummer 1

Die Übernahme von Whatsapp durch Facebook beherrscht weiter die Schlagzeilen. 19 Milliarden US-Dollar legt das soziale Netzwerk für die Smartphone-App auf den Tisch. So viel hat noch niemand für ein Tech-Startup hingeblättert. Für Telko-Experte Ekkehard Stadie hat Facebook für Whatsapp aber nicht zu viel gezahlt. Ganz im Gegenteil.
Ekkehard Stadie: Man muss schon extrem naiv sein, um zu glauben, dass WhatsApp langfristig das heutige Preismodell von 0,99 US-Dollar pro Jahr bestehen lassen wird.“
Stadie findet den Preis "günstig" und bezeichnet Whatsapp sogar als "Schnäppchen". Grund: Der Senior Partner der globalen Strategieberatung Simon-Kucher & Partners geht fest davon aus, dass Whatsapp seine Nutzungsgebühr erhöht. "Man muss schon extrem naiv sein, um zu glauben, dass WhatsApp langfristig das heutige Preismodell von 0,99 US-Dollar pro Jahr bestehen lassen wird", sagt Stadie, der angesichts der durchschnittlichen Kosten für SMS einen US-Dollar pro Monat für durchsetzbar hält - zumal Sprachtelefonie und Video von WhatsApp zukünftig direkt mit angeboten werden. "Kommunikation für einen Dollar im Monat. Das sind zwölf Milliarden US-Dollar im Jahr. Dagegen sind 19 Milliarden Kaufpreis läppisch", rechnet der Manager vor, der bei Simon-Kucher & Partners den Bereich Telekommunikation und IT verantwortet.

Verteidigt Whatsapp-Kauf:  Telko-Experte Ekkehard Stadie
Verteidigt Whatsapp-Kauf: Telko-Experte Ekkehard Stadie
Wer die monatlichen Kosten scheut, muss sich aus Sicht von Stadie nicht zwangsläufig einen neuen Messenging-Dienst suchen. "Diejenigen Nutzer, die keinen Dollar zahlen wollen, lässt man quasi mit ihren Nutzerdaten zahlen. Diese werden dann für zielgenaue Werbung genutzt", prophezeit Stadie. Damit entwirft der Telko-Experte ein Szenario, das bei Datenschützern wohl auf einige Skepsis treffen dürfte. Erste Reaktionen gibt es bereits: So hat der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, bereits zum Boykott von Whatsapp aufgerufen. Grund: Auch Weichert geht davon aus, dass Facebook die Daten der WhatsApp-Nutzer für kommerzielle Zwecke "ausbeuten" wird. mas
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