ARD, ZDF, Deutschlandradio Weniger Geld aus dem Rundfunkbeitrag für die Öffentlich-Rechtlichen

Donnerstag, 04. Mai 2017
ARD und ZDF erlösen weniger Geld aus dem Rundfunkbeitrag
ARD und ZDF erlösen weniger Geld aus dem Rundfunkbeitrag
© Marek Gottschalk/Fotolia
Themenseiten zu diesem Artikel:

ARD Rundfunkbeitrag ZDF DRadio Heinz Fischer-Heidlberger


Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen mit deutlich weniger Geld aus dem Rundfunkbeitrag auskommen. Das gilt für ARD und ZDF ebenso wie fürs Deutschlandradio. Der Sender rechnet bis 2020 mit rund 10,2 Millionen Euro weniger an Beitragseinnahmen. In die roten Zahlen rutscht er deswegen aber nicht: Bis zum Ende der Beitragsperiode, für die der monatliche Beitrag pro Haushalt auf 17,50 Euro festgelegt ist, erwartet er eine "schwarze Null", wie Deutschlandradio am Donnerstag auf Anfrage mitteilte.

Kürzungen beim Personal soll es den Angaben zufolge nicht geben. Die 721 Planstellen sind aber derzeit nur zu 95 Prozent besetzt, 2020 sollen es 93 Prozent sein. Das ZDF stellt sich in noch deutlich größerem Umfang auf sinkende Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag ein. Der Überschuss von 184 Millionen Euro, mit dem der Sender bisher kalkuliert hatte, schmilzt bis 2020 auf voraussichtlich nur noch 88 Millionen Euro ab. Im Rahmen des internen Sparprogramms werden nach Angaben des Senders in Mainz bis 2020 noch 141 Vollzeitstellen abgebaut.


Bei den ARD-Anstalten fallen sogar 233 Millionen Euro an Mitteln aus dem Rundfunkbeitrag aus. Wie das ZDF und das Deutschlandradio muss auch die ARD bis 2020 einen Teil der Beiträge auf die hohe Kante legen, weil der Rundfunkbeitrag 2016 nicht wie von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) vorgeschlagen gesenkt wurde. Die Rücklagen von 381 Millionen Euro eingerechnet, fehlen der ARD unter dem Strich nach jetziger Prognose bis 2020 dann 139 Millionen Euro.

Die Summe an Rundfunkbeiträgen ist niedriger als erwartet, weil die Zahl der potenziell beitragspflichtigen Haushalte kleiner ist als angenommen und mehr Haushalte abgabenbefreit werden als erwartet. ARD, ZDF und Deutschlandradio haben diese Daten Ende April der KEF mitteilen müssen. Die KEF muss zum Ende der Beitragsperiode 2020 einen Vorschlag zur künftigen Höhe des Rundfunkbeitrags machen.

Voraussichtlich wird er steigen. Der KEF-Vorsitzende, Heinz Fischer-Heidlberger, sagte am Mittwoch dem MDR, er gehe davon aus, "dass das auf jeden Fall über einem Euro Zusatzbeitrag liegen wird". Es sei eine Beitragserhöhung in einer "ungewohnten Größenordnung" möglich. Oliver von Riegen und Andreas Heimann, dpa

Meist gelesen
stats