10 Jahre Hashtags Die wichtigsten Fakten zu der Raute, die alles veränderte

Mittwoch, 23. August 2017
Mit diesem Tweet erfand Chris Messina vor zehn Jahren den Hashtag
Mit diesem Tweet erfand Chris Messina vor zehn Jahren den Hashtag
© Twitter/@chrismessina

Der Hashtag ist aus der alltäglichen Kommunikation im Internet nicht mehr wegzudenken - und hat nicht zuletzt das digitale Marketing stark verändert. Heute wird die Raute, die sich neben Twitter längst auch in anderen sozialen Netzwerken etabliert hat, zehn Jahre alt. HORIZONT Online liefert zu diesem Anlass ein paar wichtige Fakten zum Hashtag.

Die Geburt des Hashtags

Ihre Geburtsstunde erlebte die Raute, die Themen markiert und gruppiert, am 23. August 2007 auf Twitter. Der ehemalige Google-Designer und Uber-Mitarbeiter Chris Messina schlug damals vor, Themengruppen über die Nutzung des Symbols # zu erstellen (siehe unten). Twitter lehnte zunächst ab, weil die Verantwortlichen glaubten, Hashtags seien nur etwas für Nerds. Doch bei den Nutzern fanden sie mehr und mehr Anklang, erstmals vor allem bei Nachrichten über die Waldbrände 2007 in Kalifornien. Es dauerte fast zwei Jahre, ehe Twitter reagierte: Seit dem 1. Juli 2009 verlinkt das Netzwerk alle Hashtags.

125 Millionen Hashtags am Tag

Dass der Hashtag die alltägliche Kommunikation im Internet und besonders auf Twitter prägt, beweist diese Zahl: Aktuell werden laut dem Unternehmen weltweit täglich 125 Hashtags getwittert (durchschnittlicher Wert im Messzeitraum von Januar bis August 2017).

Beliebteste Hashtags

Am liebsten diskutieren die Menschen bei Twitter die Dinge, die ihnen am wichtigsten sind - wie Serien, Filme und das Lieblings-Sportteam. Der meistgenutzte TV-Hashtag aller Zeiten auf Twitter ist #TheWalkingDead, der meistgenutzte Movie-Hashtag ist #StarWars. Am häufigsten zu einem globalen Sportereignis getwittert wurde unter dem Hashtag #WorldCup, das größte US-Sportereignis ist - na klar - #SuperBowl. Der meistgenutzte Hashtag zu einer Sportliga auf Twitter ist #NFL, der meistgenutzte Team-Hashtag ist #MUFC (Manchester United).

Hashtags im Marketing

Kaum eine Kampagne, die im Internet stattfindet, kommt heute noch ohne Hashtag aus. In Deutschland haben in den vergangenen Jahren vor allem drei Markenauftritte, die dank der Raute besondere Erfolge feiern konnten: Edeka gelang 2015 mit dem emotionalen Film "Heimkommen" der Weihnachtsspot des Jahres. Dank des Hashtags #heimkommen verbreitete sich nicht nur der Werbefilm, in dem ein sympathischer Großvater seinen eigenen Tod vortäuscht, um seine Kinder an Weihnachten nach Hause zu locken, wie ein Lauffeuer. Er animierte die Nutzer auf Twitter auch dazu, ihre intimsten Gedanken und Erinnerungen an Weihnachten mit der Familie zu teilen.
Im Frühjahr 2014 erregte Opel mit seiner #umparkenimkopf-Kampagne gesellschaftliche Diskussionen an - und gab sich zunächst nicht als Absender zu erkennen. Ohne die Nennung der Marke sollten provokante TV-Spots, Plakate, Print- und Onlineanzeigen zur Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Marken animieren. Erst zwei Wochen nach Beginn der Kampagne wurde ein Werbespot ausgestrahlt, in dem sich Opel als Initiator der Kampagne zeigt. Zu diesem Zeitpunkt war auf Twitter unter dem Hashtag bereits eine rege Diskussion über Vorurteile entbrannt - und die übertrug sich schließlich auch auf Opel und dessen bis dahin schwaches Markenimage.

Wie Langzeitkommunikation auf Twitter funktioniert, zeigen die Berliner Verkehrsbetriebe BVG seit einigen Jahren unter dem Hashtag #weilwirdichlieben - und kämpfen so gegen den naturgemäß schlechten Ruf von Bus- und Bahnbetrieben. Der Clou: Durch den direkten, oftmals selbstironischen und schlagfertigen Dialog mit Nutzern, die sich beispielsweise über Verspätungen beschweren, hat es die BVG in den letzten Jahren geschafft, einen positiven Einfluss auf die Wahrnehmung der Marke zu nehmen. tt
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