10 Fragen an Mark Zuckerberg Was wir vom Facebook-Chef gerne wissen würden

Dienstag, 16. Februar 2016
Facebook-Chef Mark Zuckerberg wird sich Ende Februar den Fragen der Deutschen stellen
Facebook-Chef Mark Zuckerberg wird sich Ende Februar den Fragen der Deutschen stellen
Foto: Facebook
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Am 26. Februar kommt Facebook-Chef Mark Zuckerberg für eines seiner so genannten "Townhall Q&As" nach Berlin. Interessierte Bürger können auf Facebook derzeit ihre Fragen an Zuckerberg einreichen, einige davon will er bei seinem Auftritt in der deutschen Hauptstadt beantworten. Die Redaktion von HORIZONT Online hat sich ebenfalls Gedanken gemacht, was sie von Zuckerberg gerne wissen würde.

1. Warum gibt es auf Facebook so viel Hass?

Facebook verbindet Menschen in aller Welt und macht ihnen Informationen zugänglich, die sie sonst vielleicht nie bekommen würden. Das alleine ist schon eine phantastische Leistung und trägt viel zur globalen Vernetzung und Völkerverständigung bei. In letzter Zeit haben viele Menschen Facebook allerdings dafür genutzt, um gegen andere zu hetzen und Hass zu verbreiten - gerade in Deutschland. Außerdem rekrutieren der IS und andere Terrororganisationen dort neue Kämpfer. Was sagen Sie dazu, dass Ihre Erfindung dazu genutzt wird, um anderen Menschen das Leben schwer zu machen? Gab es diesen Hass schon vorher und er wird jetzt erst sichtbar? Oder bringt eine Plattform wie Facebook diese hässlichen Seiten womöglich erst hervor? Und viel wichtiger: Was werden Sie dagegen tun?

2. Können Sie verstehen, dass die Deutschen so sensibel beim Thema Datenschutz sind?

Facebook lebt von den Daten anderer - und nicht jeder findet das gut. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen das Safe-Harbor-Abkommen hat die Problematik sehr deutlich gemacht. Wir glauben nicht, dass es Menschen in anderen Teilen der Welt egal ist, was mit ihren Daten passiert. Aber in Deutschland, so hat man oft das Gefühl, reagieren die Menschen bei diesem Thema sensibler als andere. Können Sie das verstehen? Und was antworten Sie Facebook-Nutzern, die sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Daten machen?

3. Ist Facebook ein Medien- oder ein Technologieunternehmen?

Zoja Paskaljevic, CEO von Dentsu Aegis in Deutschland, sagte neulich auf einer Veranstaltung: "Facebook ist das größte Medium der Welt - und hat nicht einen Redakteur." Zu Letzerem fragen wir uns allerdings: Wie lange ist das noch so? Ihre Manager weisen stets von sich, dass Facebook ein Medienunternehmen ist. Allerdings informieren sich bereits 63 Prozent der US-Bürger bei Facebook über das Nachrichtengeschehen, Projekte wie Instant Articles treiben diese Entwicklung voran. Der nächste logische Schritt wäre, dass Facebook irgendwann eigene Inhalte schafft. Wann ist es so weit?

4. Tun Ihnen Yahoo und Twitter eigentlich leid?

Facebook gelang es in den vergangenen Jahren hervorragend, auf die Fragen der Zukunft die richtigen Antworten zu finden (Stichworte Monetarisierung von Mobile und kluge Zukäufe). Von anderen Internetunternehmen, namentlich Yahoo und Twitter, kann man das nicht behaupten. Schauen Sie eigentlich mitleidig auf die Kollegen mit ihren roten Zahlen, ihren Aktien-Krisen ihren #RIPTwitter-Diskussionen? Oder sagen Sie: Selbst schuld?

5. Haben Sie Angst vor Snapchat?

100 Millionen Nutzer täglich: Mit dieser Zahl ist Snapchat noch weit entfernt von der täglichen Facebook-Nutzung, die bei etwa 1,04 Milliarden liegt. Allerdings generieren die Snapchat-Nutzer
inzwischen fast 7 Milliarden Video-Views pro Tag - bei Facebook sind es über 8 Milliarden. Besonders die online- und Chat-affine junge Zielgruppe liebt Snapchat, während Facebook in den letzten Jahren deutlich "erwachsener" geworden ist. Mit dem Kauf des Konkurrenten hat es ja nicht geklappt. Haben Sie die Sorge, dass Newcomer wie Snapchat ihnen die Teenager weglocken?

6. Wird ihre Tochter auf Facebook aktiv sein oder eher auf Instagram und Whatsapp?

Wenn Ihnen jemand die letzte Frage beantworten kann, dann wahrscheinlich ihre Tochter - zumindest in ein paar Jahren, die Kleine ist ja gerade einmal zarte drei Monate alt. Aber wenn Max ihre ersten digitalen Gehversuche macht: Werden Sie ihr nahelegen, sich einen Facebook-Account zuzulegen? Oder wäre es Ihnen egal, wenn das Töchterchen das Hauptnetzwerk verschmäht und stattdessen nur auf Instagram und Whatsapp zugange ist? Und was wäre, wenn sie das Facebook-Universum komplett links liegen lassen würde?

7. Wie oft sehen Sie eigentlich Ihre Tochter?

Diese Sorgen dürften momentan aber noch in weiter Zukunft liegen. Sie und Ihre Frau Priscilla werden derzeit alle Hände voll zu tun haben, Ihr gemeinsames Kind auf das Leben in dieser Welt vorzubereiten. Wir stellen uns das schwierig vor: Eines der erfolgreichsten Unternehmen dieser Welt zu leiten und gleichzeitig das Wunschkind so oft wie möglich zu sehen. Wie gelingt Ihnen dieser Spagat? Und inwieweit ist im Hause Zuckerberg die Kindererziehung Männersache?

8. Wie fühlt es sich an, den größten Teil des eigenen Vermögens zu spenden?

Eines steht fest: Ihrer Tochter dürfte es materiell an nichts mangeln. Ihre Geburt nahmen Sie aber auch zum Anlass, um ein ambitioniertes Charity-Projekt in die Wege zu leiten: Gemeinsam mit Ihrer Frau wollen Sie 
99 Prozent ihrer gemeinsamen Facebook-Aktien für die Lösung dringender Probleme der Welt spenden. Wir wollen hier gar nicht wissen, wie das Ganze eigentlich versteuert wird. Auch haben wir keine Bedenken, dass Sie danach immer noch ein sehr reicher Mann sind. Dennoch: Fiel Ihnen dieser Schritt nicht auch ein bisschen schwer?

9. Liegt Facebooks Zukunft womöglich in der Hardware?

Das soziale Netzwerk mit dem blauen F ist Ihr Kernprodukt. Instagram und Whatsapp bilden sinnvolle und äußerst nützliche Ergänzungen dazu. Was sich derzeit noch recht schwer einschätzen lässt, ist das Potenzial Ihrer Tochterfirma Oculus. Gerade in der Marketingwelt wird Virtual Reality derzeit als das nächste große Ding gehypt. Die Datenbrille Oculus Rift ist noch so etwas wie eine Wette auf die Zukunft. Aber mal im Ernst: Welche Rolle wird das Gadget Ihrer Meinung nach für die Entwicklung von Facebook spielen?

10. Mal ehrlich: Wie viele von diesen grauen T-Shirts besitzen Sie eigentlich?

Wir sehen Sie schon buchstäblich vor uns, wie Sie in Berlin die Menschen begrüßen, in die Kameras grinsen und ins Mikro kichern. Und dabei werden Sie eines dieser grauen T-Shirts tragen, die Sie offenbar immer anhaben. Entweder haben Sie nur eine Handvoll davon und verfolgen einen sehr ehrgeizigen Waschrhythmus - oder Sie kaufen die Dinger im Dutzend. Was stimmt? Klären Sie uns auf!

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