Übernahme von Pro Sieben Sat 1 Media geplatzt

Mittwoch, 01. Februar 2006

Axel Springer und Pro Sieben Sat 1 Media haben "einvernehmlich" beschlossen, die Übernahme des TV-Konzerns durch den Berliner Verlag abzublasen. Offenbar sind die Hürden zu hoch, nachdem das Bundeskartellamt und die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (Kek) das Vorhaben untersagt haben. Zwar hätte Springer neben einer Klage noch die Möglichkeit offengestanden, eine Ministererlaubnis zu beantragen. Dies wird aber inzwischen nicht mehr in Betracht gezogen: "Nach intensiver Prüfung und sorgfältiger Abwägung sind Axel Springer und die Pro Sieben Sat 1-Holding zu der Auffassung gelangt, dass auf Grund der zahlreichen wirtschaftlichen und juristischen Unsicherheiten eines möglichen Klageweges oder eines möglichen Ministererlaubnisverfahrens für alle Beteiligten unzumutbare Risiken entstünden", heißt es in einer Mitteilung. Gestern hatten die Direktoren der Landesmedienanstalten in Aussicht gestellt, das Veto der Kek möglicherweise infrage stellen zu wollen, sofern Springer bestimmte Auflagen erfülle. Mit einer Zweidrittelmehrheit hätte die Konferenz der Direktoren der Landesmedienanstalten die Entscheidung der Kek aushebeln können.

"Die Transaktion wäre eine gute Lösung für die Pro Sieben Sat 1-Gruppe gewesen", sagt Guillaume de Posch, Vorstandsvorsitzender des TV-Konzerns, nach der gescheiterten Übernahme. Jetzt werde man versuchen, die Gruppe "aus eigener Kraft weiterentwickeln" und sich weiter auf das operative Geschäft zu konzentrieren. De Posch: "Unsere Ziele sind, das Kerngeschäft Fernsehen weiter zu stärken, unsere Umsätze noch stärker zu diversifizieren sowie die Gruppe für die digitale Zukunft aufzustellen." ra



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