"taz" schickt "Bild-"Chef Kai Diekmann Fragenkatalog zur Affäre Wulff

Freitag, 13. Januar 2012
Die "taz" bittet um "rasche Antwort"
Die "taz" bittet um "rasche Antwort"


Während zahlreiche Medien mit der Veröffentlichung ihrer Fragen zur Kreditaffäre den Druck auf Bundespräsident Christian Wulff erhöhen, dreht die Berliner Tageszeitung "taz" den Spieß um: Mit einem Katalog von 15 Fragen nimmt die Zeitung ihren Lieblingsgegner, "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, aufs Korn. Die Fragen sind nicht ohne Brisanz und zielen auf die Rolle der "Bild" in der Affäre Wulff ab. Die "taz" interessiert sich vor allem für den Umgang der "Bild" und ihres Chefredakteurs mit der für Wulff so verhängnisvollen Mailbox-Nachricht. Wie wurde der Inhalt des Anrufes öffentlich, obwohl sich die "Bild" selbst eigenen Angaben zufolge gegen eine Veröffentlichung der Nachricht entschied? Unter anderem will die "taz" wissen:

- "Wie vielen und welchen Journalisten wurde die Nachricht weitergegeben? Wurde sie als Ganzes oder "in Teilen" weitergeben? Wurde sie als Tondokument oder in schriftlicher Form weitergegeben?"

Die Fragen liegen im Grunde auf der Hand: Die Rolle der "Bild"-Zeitung in der Medienaffäre wurde bislang allenfalls am Rande thematisiert. Warum verzichtete ausgerechnet das Sensationsblatt "Bild" selbst auf eine Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht und spielte stattdessen über Bande, indem sie den Inhalt anderen Medien zur Verfügung stellte? Offiziell ließ die "Bild" am 2. Januar wissen, man habe nach einer "breiten redaktionellen Debatte" davon abgesehen, eigens über den Vorfall zu berichten, weil sich Wulff persönlich für seinen Anruf bei Diekmann entschuldigt habe. Die "taz" bittet "freundlich um Beantwortung der Fragen bis Montag, 16 Uhr MEZ". dh
Meist gelesen
stats