Österreichische Medientage: Kampf um Content verschärft sich

Donnerstag, 06. Oktober 2005

Mit rund 1100 Besuchern stellen die 12. Österreichischen Medientage, veranstaltet vom Manstein Verlag und dem Magazin "Trend", einen neuen Rekord auf. "Wir müssen uns stärker mit der Wettbewerbssituation, den Herausforderungen neuer Technologien und Konvergenz der Medien auseinander setzen", sagte Hans Jörgen Manstein zur Eröffnung des Branchenevents und gab damit ein wichtiges Stichwort für die nachfolgenden Diskussionen. Beim TV-Panel "das Match ums Programm" lieferten sich öffentlich-rechtliche und private Veranstalter einen heftigen Schlagabtausch: "Sie sollten ihre Neurose überwinden, alles haben zu müssen", attackierte ARD-Programmdirektor Günter Struve seinen Intimfeind beim Kampf um die Bundesliga-Rechte Premiere-Manager Georg Kofler. Premiere müsse dem Free-TV die Spielzusammenfassungen zur besten Sendezeit überlassen, um neue Abonnenten fürs Pay-TV gewinnen zu können. "Danke für die kostenlose Beratungsleistung", konterte Kofler. "Wir sind bestrebt, das Fußball weiter im Free-TV stattfindet, aber deutlich später als bisher." Die österreichische Bundesliga hatte Kofler dem ORF vor Kurzem vor der Nase weggeschnappt. In Deutschland steht die Neuausschreibung der Rechte an.

Scharf geschossen wurde auch gegen die ORF-Generaldirektorin Monika Lindner. Der ORF hat gerade angekündigt den Tourismus-, Wetter- und Sportkanal TW1 komplett zu übernehmen. Kofler: "Wir haben in Deutschland Erfahrung mit dieser Strategie der präventiven Marktverstopfung." Franz Prenner, Geschäftsführer des österreichischen Privatsenders ATV plus, warf dem ORF Wettbewerbsverzerrung beim Programmeinkauf vor. Sämtliche europäischen und US-Top-Serien liefen beim ORF, der bereits 48 Prozent seiner Sendezeit mit fiktionalen Programmen fülle: "Vieles wird vom ORF nur deshalb weggekauft, damit es kein anderer bekommt", so Brenner. Lindner stellte klar: "Es ist ein Irrglaube zu denken, wir dürften nur das zeigen, was die Privaten nicht wollen." he



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