Öffentlich-Rechtliche uneins über weitere WM-Rechte-Verhandlungen

Montag, 26. Februar 2001

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten führen die Debatte um die Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 intern weiter. Während sich NDR-Intendant Jobst Plog am Wochenende dafür aussprach, die Verhandlungen mit der Kirch-Gruppe wieder aufzunehmen, zeigte sich der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen wenig aufgeschlossen.

"Kirch hat die Tür zugeschlagen, er muss sie wieder öffnen", sagte er in der Talkshow "Sabine Christiansen". Der Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates, der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, hielt dagegen, er würde neue Verhandlungen zwischen den Öffentlich-Rechtlichen und Kirch begrüßen. Dessen Vize Dieter Hahn betrachtet die Gespräche jedoch als abgeschlossen und will jetzt mit anderen Partnern reden. Zugleich garantierte er, dass 25 Spiele der WM in Japan und Südkorea im Free-TV zu sehen sein werden. Ob bei den Privaten oder bei ARD und ZDF, ließ er jedoch offen.

Streit gibt es auch um die Hörfunkrechte. ARD-Chef Pleitgen kündigte an, "das Recht auf freie Berichterstattung von Radioreportern" notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht einzuklagen. Für die Kirch-Gruppe sind die Hörfunkrechte dagegen verbunden mit einer Lizenz für die Übertragungsrechte.
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