iTunes für Magazine: US-Verlage planen Online-Zeitungskiosk

Donnerstag, 26. November 2009
John Squires, Executive Vice President von Time Inc. treibt das Verlagskonsortium voran
John Squires, Executive Vice President von Time Inc. treibt das Verlagskonsortium voran

Seit einigen Wochen wird in Branchenkreisen über das geplante Verlagsbündnis in den USA diskutiert, das insbesondere von John Squires, Executive Vice President von Time Inc. vorangetrieben wird. HORIZONT.NET berichtete. Jetzt sind neue Informationen durchgesickert. Vier große US-Verlage wollen künftig ihre Inhalte über eine gemeinsame Plattform verkaufen - ähnlich eines Online-Zeitungskiosks oder iTunes für Magazine. Wie die "New York Times" meldet, hat Squires offenbar die Verlagsdickschiffe Condé Nast ("Vanity Fair", "Vogue"), Time ("People", "Sports Illustrated"), Hearst ("Cosmopolitan", "Marie Claire") und Meredith ("Better Homes", "Fitness") von seiner Idee überzeugt. Auch einzelne Eigentümer von Tageszeitungen hätten Interesse an einem Beitritt des Konsortiums gezeigt, so die "New York Times".

Über ein solches Web-Portal wollen sie ihre Magazine verkaufen, und zwar in verschiedenen Ausführungen: Neben dem Erwerb von Print- und elektronischen Kopien der Titel, soll offenbar auch eine Software entwickelt werden, die es ermöglicht, die Zeitschriften auch mobil über iPhone, Blackberry oder E-Books zu beziehen. Wie der "New Yorker Observer" berichtet, wird Time-Inc.-Manager Squires als vorübergehender Boss des neu zu gründenden Unternehmens gehandelt, bis eine geeignete Ablöse gefunden ist.

Auf einer Konferenz Mitte Oktober hatte Squires zum ersten Mal öffentlich über das geplante Verlagsbündnis gesprochen. Für ihn steht die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie für Paid Content ganz oben auf der Agenda, um die gesunkenen Erlöse im Printmarkt auszugleichen. Vorbilder für das Joint Venture gibt es bereits aus anderen Mediengattungen. Das Video-Potal Hulu beispielsweise, die gemeinsam von News Corp und NBC Universal betrieben wird, oder Vevo, ein Musikportal von Universal und Youtube.

Für Anfang Dezember sollen offiziell Details zum Bündnis bekannt gegeben werden, so die "New York Times". jm
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