iPhone-Apps: Wie Verlage mit dem Apple-Handy Geld verdienen wollen

Montag, 21. Dezember 2009
"Hörzu"-App kostet 2,39 Euro
"Hörzu"-App kostet 2,39 Euro

Von wegen Schweinegrippe - das App-Fieber greift um sich. Vor einem Jahr von Verlagsmanagern noch weitgehend links liegen gelassen, entdecken kurz vor Weihnachten die Medienhäuser das Thema Apps (kurz für Applikationen). Diese Mini-Programme für iPhone und ipod Touch lassen sich im App Store herunterladen. Ein Großteil der laut Apple über 100.000 Programme ist kostenlos - doch die meisten Verlage wollen zumindest mittelfristig Geld damit verdienen. Einer der prominentesten Verfechter von Paid-Content ist zurzeit Springer-Chef Mathias Döpfner, der für „Bild" und „Welt" kostenpflichtige Apps eingeführt hat. Die Kosten liegen - je nach individueller Zusammenstellung - bei maximal 4,99 Euro monatlich.

Auch die Springer-Marke „Hörzu" will Geld für den Download sehen: Neben dem TV-Programm gibt es für 2,39 Euro redaktionelle Empfehlungen und Tipps mit Bewertungen in sämtlichen Kategorien. Bei Burda werden die User für die Nutzung der Programmzeitschrift „TV Today" sowie „Cinema" (Verlagsgruppe Milchstrasse) auf dem iPhone zur Kasse gebeten: 1,59 pro Download. Am günstigsten ist die „TV-Movie"- App der Bauer Media Group, die als Basisversion 0,79 Euro und im zwölf-Monats-Pack 2,99 Euro kostet.

Bildlastig ist die „Playboy"-App und mit bis zu 2,99 Euro etwas teurer als die Programmies. Abgerechnet wird über die Mobilfunkrechnung, dafür gibt's eine Auswahl an 70.000 Bildern und Videos sowie alle Playmates seit 1953.

Etwas günstiger ist mit 2,39 Euro die „Geo"-App. Laut Gerd Brüne, Verlagsleiter der „Geo"-Gruppe bei G+J, ist das Umsatzpotential in seiner exakten Größe zwar schwer abzuschätzen "aber wenn es kein solches Potential gäbe, würden wir das Produkt nicht anbieten." In einer Kooperation mit dem Softwarehaus Mobilinga bietet die Zeitschrift eine Applikation an, bei der 1200 auf Reisen häufig benötigte Sätze ins US-Amerikanische übersetzt werden können. Weitere kostenpflichtige Sprachführer-Apps sind geplant. Brüne: "Darüber hinaus haben wir eine Menge weiterer Ideen für Geo-Apps. Über die wir zu gegebener Zeit berichten werden."

Bei Spiegel Online, die im Januar 2010 eine App starten, hofft Chefredakteur Rüdiger Ditz, die User an die Marke zu binden: Die gewonnenen App-Nutzer sollen zur weiteren Recherche auf Spiegel Online klicken. Die App widmet sich dem Spielemarkt, dazu kooperiert der Anbieter mit der Games Company, die Content zu Themen wie Allgemeinbildung, Geographie, Karriere und Selbstmanagement liefert. Die Apps kosten zwischen 0,79 Euro und 2,39 Euro.

Einen kostenfreien Download bietet dagegen „Gala". Mit der Applikation können sich User jederzeit über Bilder, Interviews, Society- und Eventnews auf dem Laufenden halten.

Hauptgrund für den App-Boom vor kurz vor Weihnachten ist die Verbreitung der Smartphones von Apple und anderen Anbietern. Verdienen wird am App-Boom vor allem aber ein Unternehmen: Apple. Hierhin fließen jeweils rund 30 Prozent der Einnahmen durch Downloads im App Store. se
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