iPad-Launch: Die Strategien von Spiegel, Springer und Focus im Überblick

Donnerstag, 27. Mai 2010
Spiegel-App: Das reguläre Abo kostet 3,65 Euro, genauso viel wie der Printtitel
Spiegel-App: Das reguläre Abo kostet 3,65 Euro, genauso viel wie der Printtitel

Zum Verkaufsstart des iPads in Deutschland am morgigen Freitag sind Medienhäuser wie Axel Springer, Hubert Burda Media und der Spiegel Verlag mit von der Partie. Bei Gestaltung und Pricing der Anwendungen gibt es deutliche Unterschiede. HORIZONT.NET präsentiert die Strategien der Medienhäuser im Überblick. So startet Focus Online eine kostenlose Applikation. Chefredakteur Jochen Wegner sagt gegenüber HORIZONT.NET: "Nach unseren Erfahrungen lassen sich Apps, die eine hohe Reichweite haben, durch Vermarktung deutlich besser monetarisieren als durch die viel beschworenen Abo-Modelle."

Von einer Free-Content-Lösung hält dagegen "Spiegel"-Chefredakteur Matthias Müller von Blumencron nichts: Der Download einer Ausgabe kostet 3,99 Euro, das Probe-Abonnement für 11 Ausgaben 29 Euro. Das reguläre Abonnement wird wie beim Printtitel 3,65 Euro pro Ausgabe kosten. Parallel dazu setzt der Verlag auf Werbevermarktung, in der Erstausgabe sind unter anderem Intel, Vodafone, Sky, Peugeot und Siemens vertreten.

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Welche iPad-Strategien Verlage, TV-Sender und Markenartikler verfolgen, lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 21, die am 27. Mai erscheint.

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Die eigens für das Apple-Gerät entwickelte "Spiegel"-Applikation soll den vollständigen Inhalt des Heftes in einer neuen Optik bieten, erweitert durch verschiedene multimediale Inhalte und Verlinkungen zu Spiegel-Online-News sowie Spiegel-TV-Beiträgen. Außerdem startet Spiegel Online ein eigenes Video-Center für iPad, iPhone und iPod touch - damit können Spiegel-Online-Nutzer ohne die entsprechende App zu installieren, sich mit allen Apple-Geräten die Videos ansehen.

Springer bewirbt Apps mit Print- und Onlinekampagne
Springer bewirbt Apps mit Print- und Onlinekampagne
Axel Springer, der ebenfalls zum Start eigene Anwendungen für seine Titel konzipiert hat, fährt eine Doppelstrategie: Es gibt zum Start eine kostenlose iKiosk-App mit den Inhalten der Zeitungen "Welt", "Welt Kompakt", "Wams", die in ihrer Gestaltung der pdf-Ausgabe gleichen. Nach Ablauf des 30-Tage-Probe-Abos stehen verschiedene Abo-Modelle zur Auswahl, die sich an den Printpreisen orientieren. Zusätzlich gibt es eine multimediale App der "Welt" mit Bilderstrecken und Videos, die viermal täglich aktualisiert wird.

Zum Start wird bereits Werbung darin zu sehen sein. „Das Interesse bei den Werbungtreibenden ist sehr groß - genauso groß wie die Unsicherheit. Alle spüren, dass es sehr viele neue Möglichkeiten gibt, aber wohin genau das führt, das weiß natürlich keiner. Hinzu kommt, dass wir hier noch nicht über große Reichweiten reden können", sagt Romanus Otte, General Manager von Welt Online. Ein Großteil der Verlage hält sich aber noch zurück und verweist darauf, dass "Qualität vor Schnelligkeit" gehe. se
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