iPad: Es gibt keinen Königsweg für die Medien

Donnerstag, 24. März 2011
Michael Bayer: "FR" ist auf dem iPad eher ein Magazin
Michael Bayer: "FR" ist auf dem iPad eher ein Magazin

Wie sehen Erfolgsstrategien für Verleger in Sachen iPad aus? Auf Einladung der Münchner Akademie des Buchhandels diskutierten Medienmacher in der bayerischen Landshauptstadt. Für Marlene Buschbeck-Idlachemi, stellvertretende Chefredakteurin des IDG-Titels „Macwelt", erinnert sich: „Als das iPad im vergangenen Jahr auf den Markt kam, haben wir uns für eine schnelle, bezahlbare, handelbare pdf-Version der Macwelt für das iPad entschieden." 4 Monate Entwicklungszeit hatte das Projekt, seit Juni 2010 können sich die Mac- und Apple-Freunde die iPad-Version des Monatstitels für 4,90 Euro - 1 Euro weniger als das Heft - herunterladen. Bis heute stehen 40.000 Downloads auf der Habenseite, 15.000 Print-Einzelhefte wurden über das iPad verkauft, 800 Abos abgeschlossen. Für die „Macwelt" hat sich nach Einschätzung von Buschbeck-Idlachemi das Abenteuer gelohnt.

Mit Zahlen hält sich Michael Bayer, Leiter der Multimedia-Redaktion der „Frankfurter Rundschau" zurück. Ein Abenteuer - im positiven Sinne - ist die tägliche Erstellung der „FR"-App in jedem Fall. Bayer: „Wir machen auf dem iPad keine Zeitung, sondern gehen eher in die Magazin-Richtung." Gelungene Foto- und interaktive Lesestrecken, dazu der richtige Mix aus Informationen und Boulevardeskem brachten der App internationale Auszeichnungen und viel Lob.

Die Beispiele „Macwelt" und „Frankfurter Rundschau" zeigen: Es gibt nicht den Königsweg für Medien auf dem iPad. Special-Interest-Titeln, deren Leser es vor allen Dingen um die Information geht, sind mit pdf-artigen iPad-Applikationen gut bedient. Angebote, die von ihrer Tagesaktualität leben und die Gesamtmarke als innovatives Produkt positionieren wollen, müssen dagegen deutlichen Mehrwert liefern. 79 Cent kostet die komplette iPad-Tagesausgabe der „FR".

Paid or free? Diese Frage hatte sich auch das Team von TV-Spielfilm bei der Konzeption ihrer App gestellt. „Wir haben uns für eine kostenlose Anwendung entschieden", schildert Andreas Mauch, Leiter Produktmanagement Digital Business, Burda News Group. „Fernsehprogramm ist Commodity, da macht eine Bezahl-App keinen Sinn." 
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