iPad-Boom: Verlage partizipieren, Grossisten nicht

Mittwoch, 15. September 2010
Olaf Conrad: Keine zwei Aufkleber
Olaf Conrad: Keine zwei Aufkleber

iPad-App und E-Kiosk - an den digitalen Entwicklungnen der Verlage werden Grossisten - wenn überhaupt - nur indirekt partizipieren. „Die spezifische Leistung des Grossos ist hier nicht gefragt", sagt Olaf Conrad, Geschäftsführer DPV (G+J) beim Jahreskongress des Bundesverband Presse-Grosso (BVPG). Dennoch: „Hier wird kein Wirtschaftszweig von der Innovation abgeschnitten. Ich möchte keine zwei Aufkleber innovativ und tradiert". Innovativ zeigen sich die Verlage zurzeit mit dem Aufbau des Online-Kiosks Pubbles, der am 21. September in den Testbetrieb geht. Eine solche Vertriebsplattform selbst aufzubauen, ist nicht im Interesse der Grossisten. „Das ist nicht unser Know-how", sagt Frank Nolte, 1. Vorsitzender des BVPG.

Einen radikalen Wandel der Mediennutzung durch das iPad erwartet er nicht. Sehr wohl können sich Nolte und Conrad aber vorstellen, das Grossisten durch Marketingaktivitäten am PoS den Verkauf digitaler Verlagsprodukte unterstützen. Gespräche gibt es noch nicht.

Ob die iPad-Euphorie in den nächsten Jahren anhält oder nicht - Konsens besteht darüber, dass Verlage Geschäftsmodelle mit dem neuen Medium ausprobieren sollten. Die Zahlungsbereitschaft der User für iPad-Apps ist hoch. Bei der Gestaltung müssen Verlage beachten, dass das Design nicht an eine Website erinnert. „Denn ein Internet-Design suggeriert ,Kostenlos‘", so Lukas Kircher, Gründer von Kircher Burkhardt. se
Meist gelesen
stats