iPad-Bilanz: Springer verkauft gut 17.000 Bild-Ausgaben am Tag

Mittwoch, 03. August 2011
Die "Bild" kommt auf dem iPad gut an
Die "Bild" kommt auf dem iPad gut an

Das iPad gilt nach wie vor als großer Hoffnungsträger für die Verlage, doch zu den Verkaufszahlen journalistischer iPad-Apps schweigen sich die Medienhäuser bislang in der Regel aus. Der Axel Springer Verlag prescht nun mit einer ersten Zwischenbilanz vor - und die ist durchaus ermutigend. Von den insgesamt gut 108.000 digitalen Exemplaren, die Leser der "Bild"-Zeitung pro Ausgabe erwerben, werden immerhin knapp 17.500 aufs iPad heruntergeladen. Der Rest verteilt sich auf Online-Abonnements, ePaper, Android-Geräte und das iPhone. Damit werden trotz der zurzeit noch geringen Verbreitung von iPads in Deutschland bereits heute mehr als 16 Prozent der digitalen Angebote der "Bild" von Nutzern des Apple-Tablets erworben.

Bei der "Welt" ist der Anteil der iPhone-Ausgaben noch deutlich höher: Von den gut 16.800 digitalen Verkäufen pro Ausgabe entfallen gut 9100 auf das iPad - das sind beachtliche 54 Prozent. Die restlichen Titel erzielen Achtungserfolge: So verkauft die "Autobild" pro Ausgabe knapp 2.900 iPad-Editionen. Bei der "Computer Bild Spiele" sind es 939, bei dem reinen iPad-Magazin "The Iconist" 748, und bei der "Berliner Morgenpost" 251 Exemplare.

Georg Konjovic
Georg Konjovic
„Die neuen Zahlen sind eine Momentaufnahme am Beginn einer langfristigen Entwicklung", kommentiert Georg Konjovic, Director Premium Content bei Axel Springer, die erste Zwischenbilanz. Zwar seien die digitalen Verkäufe in absoluten Zahlen derzeit noch gering und "weit von den Printzahlen entfernt". Angesichts der aktuellen Marktdurchdringung von Tablets seien die Zahlen aber durchaus vielversprechend. Marktforscher prognostizieren, dass sich die Zahl der Tablet-PCs in Deutschland von rund 2,5 Millionen in diesem Jahr auf nahezu 10 Millionen bis Ende 2014 vervierfachen wird.

Hoffnung macht auch eine eine neue Studie des Vermarkters Axel Springer Media Impact: Die im Frühjahr 2011 durchgeführte Befragung zeigt, dass 52 Prozent der iPad-Besitzer noch mehr journalistische Inhalte nutzen, seitdem sie über einen Tablet-PC verfügen. Auch der Umstand, dass die iPad-App "Auto Bild HD" ihre Leser 69 Minuten pro Ausgabe bindet, zeigt, dass die Lesegewohnheiten sich eher an der intensiven Printnutzung orientieren.
Nicht zuletzt die Zahlungsmoral der von Springer befragten iPad-Nutzer lässt aufhorchen: Durchschnittlich investieren sie jährlich mehr als 100 Euro in Apps. "Die Zahlungsbereitschaft der Nutzer ist angesichts des zu erwartenden, starken Wachstums eine großartige Nachricht", sagt Springer-Manager Konjovic. mas
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