iPad-App des Spiegel wirft im ersten Jahr Gewinn ab

Freitag, 15. Oktober 2010
Die iPad-App des "Spiegel"
Die iPad-App des "Spiegel"

Auf dem Podium der Medientage München zog Katharina Borchert, Geschäftsführerin von Spiegel Online, eine erste Bilanz der iPad-Aktivitäten des Verlags. So verkauft sich die Anwendung des Nachrichtenmagazins pro Woche rund 15.000 Mal. Die Reichweite sei zwar im Vergleich zur gedruckten Ausgabe verschwindend gering, sie genüge aber, um damit bereits im ersten Jahr nach dem Launch Geld zu verdienen. "Wir haben zwar zum Start grundsätzlich an die Chancen der neuen Plattform geglaubt, aber dass wir dieses Ziel so schnell erreichen, hat uns doch überrascht", sagt Borchert. Als einen Hauptgrund für den schnellen wirtschaftlichen Erfolg nennt sie den geringen Aufwand, mit dem die Applikation mit Inhalten bestückt wird. Hier nutze der Verlag Synergien. Statt gleich mehrere Mitarbeiter dafür einzusetzen, speise sich das Angebot hauptsächlich automatisch über das Redaktionssystem. Obwohl das Angebot in so kurzer Zeit schwarze Zahlen geschrieben hat, warnt Borchert davor, das iPad als einen Heilsbringer zu glorifizieren: "Die Rückgänge im Printgeschäft lassen sich damit auf absehbare Zeit nicht kompensieren."

Der Spiegel hat seine Applikation Anfang September auf den Markt gebracht. Eine einzelne Spiegel-Ausgabe kostet über den iTunes-Store von Apple 3,99 Euro. Für das Abo-Angebote zahlt der Nutzer ab 2,64 Euro pro Ausgabe. Zusätzlich generiert die Spiegel-App Einnahmen durch Werbevermarktung. bn
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