dmexco: Top-Manager von G+J und Burda pochen auf Leistungsschutzrecht

Mittwoch, 23. September 2009

Die deutschen Verlage haben auf der Onlinemesse dmexco einmal mehr ein Leistungsschutzrecht für redaktionelle Inhalte eingefordert. Allen voran Philipp Welte kritisierte die "schleichende Enteignung" der Verlage durch Anbieter wie Google. Das kürzlich in der "Hamburger Erklärung" geforderte Leistungsschutzrecht sei zwingende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg der Verlage im Internet, stellte der Burda-Verlagsvorstand auf einem der Panels klar. Erst wenn die Printhäuser das Recht hätten, ihre Leistungen zu schützen, könne man darüber diskutieren, "wie man an Umsätzen partizipiert, die andere mit den Verlagsinhalten erzielen", so Welte. Hintergrund ist ein monatelanger Streit mit Google. So hatten die Verlage kürzlich eine faire Beteiligung an den Werbeerlösen des Konzerns gefordert. Dabei ging es um die Umsätze mit Textanzeigen, die auf den Google-Ergebnisseiten direkt neben den Verlagsinhalten eingeblendet werden. 

Nachdem sich nun sogar die EU-Kommission mit dem Thema Leistungsschutzrecht auseinandersetzt und Viviane Reding, Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, bereits Unterstützung signalisierte, hofft Welte auf eine "internationale Regelung, die das journalistische Handwerk schützt und diejenigen honoriert, die es finanzieren".

Ähnlich argumentierte auch Bernd Buchholz bei seiner Keynote. Der G+J-Boss räumte zwar ein, dass die Online-Angebote der Verlage von Google profitieren, da der weltgrößte Suchanbieter für einen erheblichen Anteil des Traffics sorgt. "Andererseits hätte Google ohne die Medienhäuser wesentlich weniger zu suchen", so Buchholz. Er sei daher zuversichtlich, dass sich die Verlage mit dem Suchriesen einigen könnten. Der erste Schritt ist bereits getan: Google hatte kürzlich bereits mit Fast Flip eine News-Aggregatoren-Seite gestartet, bei der die Verlage an den Werbeumsätzen beteiligt werden. mas  
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