dmexco: Amir Kassaei prangert die Arroganz der Agenturen bei digitaler Markenführung an

Donnerstag, 24. September 2009
Amir Kassaei nimmt auch auf der dmexco kein Blatt vor den Mund (li: Horst Wagner, Pixelpark)
Amir Kassaei nimmt auch auf der dmexco kein Blatt vor den Mund (li: Horst Wagner, Pixelpark)

Wer setzt sich als Kunden-Navigator durch? Dies war die zentrale Frage bei der dmexco-Debatte „Digitale Markenführung".  Die Antworten darauf:  teilweise hitzig, vor allem von Amir Kassaei. Der Werbe-Guru prangerte die Arroganz der Agenturszene an: „Die digitale Markenführung kann nur vom Mensch draußen auf der Straße gemacht werden. Der Konsument selbst ist das größte Tribunal überhaupt", so Kassaei. Und weiter: „Wer das nicht einsieht, ist verlogen, kapiert nicht, was in der Welt passiert oder hat den Schuss nicht gehört." Die Antworten seiner Mitdiskutanten kommen da sehr viel milder herüber: So meint Michael Dunke von Universal McCann beispielsweise, es werde sich die Agentur durchsetzen, die versteht, wie die Kunden ticken. Für Uli Kramer, Geschäftsführer von Pilot 1/0, hängt die Zukunft des Leads in der Markenführung insgesamt von drei Kriterien ab: Erstens die Idee für die Markenbotschaft. Zweitens das Verständnis, wie Menschen Medien nutzen und wie sie Werbung konsumieren. Und drittens die Kompetenz einer Agentur, Inhalte so zu gestalten, dass sich die Kunden auch damit befassen wollen.

YOC-Vorstand Dirk Kraus spricht sich dagegen explizit für Onlineagenturen aus, da sie einen klaren Vorteil besäßen: Sie können den Erfolg einer digitalen Kampagne messen. Und dies könnte letztendlich das Zünglein an der Waage sein. Kraus: „Heute kratzen die klassischen Werbeagenturen an unseren Türen. Vor ein paar Jahren war das noch andersrum." jm
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