Zwergenaufstand: Dumont Schauberg bringt "Kölner Stadtanzeiger Direkt" in Stellung

Freitag, 01. Oktober 2004
-
-

Noch vor dem Start des Springer-Tabloids "Welt Kompakt" am nächsten Montag in Köln kommt der dortige Platzhirsch Dumont Schauberg heute erstmals mit dem Tabloid "Kölner Stadtanzeiger Direkt" auf den Markt. Wie bereits berichtet wird der Titel, der in einer zweiwöchigen Einführungsphase an interessierte Leser kostenlos verteilt wird, zum Preis von 50 Cent vertrieben. "Direkt" soll vor allem junge und Nichtleser erreichen - damit geht Dumont Schauberg den gleichen Weg wie Holtzbrinck mit "News" in Frankfurt, "20 Cent", "Boulevard Würzburg" und Springer mit "Welt Kompakt". Anders als "Direkt" ist für das "Welt"-Tabloid und "News allerdings eine bundesweite Präsenz geplant. "Direkt" ist unmittelbar an den "Kölner Stadt Anzeiger" angedockt, hebt sich aber von diesem n der Themenmischung und der optischen Anmutung ab. Ähnlich wie "News" in Frankfurt will "Direkt" die Zielgruppe mit starkem Lokal- und Serviceteil erreichen.

Über die Konsequenzen der beiden neuen Marktplayer für die Kölner Zeitungslandschaft gehen die Meinungen auseinander. Neben einer Kannibalisierungsgefahr durch eine Leserwanderung schwebt auch einmal wieder das Damoklesschwert eines Zeitungskriegs über den Verlagen, wie er zuletzt 1999 mit dem Eintritt des norwegischen Schibstead Verlags und seiner Gratiszeitung losgetreten wurde. Als eher unwahrscheinlich gilt, dass die "Bild"-Gruppe ihre Geheimpläne für eine kleine "Bild"-Ausgabe umsetzt. Stattdessen forciert das Boulevardblatt derzeit seine regionale Präsenz, die nicht zuletzt auch über neue Vertriebswege erreicht werden soll. nr
Meist gelesen
stats