Zukunft des Handy-TV heißt DVB-H

Dienstag, 03. Juni 2008
Digital Video Broadcasting for Handhelds
Digital Video Broadcasting for Handhelds

Für gebührenfinanziertes Handy-TV ist DVB-H der einzig geeignete Standard. Das ist das Ergebnis einer Studie der Münchner Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte Deutschland. Der derzeit von Mobilfunkbetreibern favorisierte DVB-T-Standard eigne sich nicht. Hindernis sei die fehlende Verschlüsselbarkeit von DVB-T-Signalen, die ein Handy-TV-Programm gegen Entgelt unmöglich macht. Konventionelle TV-Angebote seien außerdem fürs Handy ungeeignet: Die über DVB-T ausgestrahlten Programme seien nicht auf die kurze Verweildauer der mobilen Nutzung zugeschnitten.

Die Möglichkeit, die Fußball-EM über DVB-T kostenfrei zu empfangen, wirke sich allerdings negativ auf die Zahlungsbereitschaft der Kunden aus. Der Wechsel zu entgeltpflichtigen Übertragungen über den verschlüsselbaren Standard DVB-H könne daher nur gelingen, wenn die Mobile-TV-Inhalte kurz, aktuell, mit regionalem Bezug und leicht verfolgbar sind.

Das Fazit der Studie: Mobile TV über DVB-H kann Kundenbindungsinstrument und Anreiz für kostenpflichtige Premiuminhalte und On-Demand-Services sein. Diese müssen aber auf jeden Fall einen echten Mehrwert bieten.

Der DVB-H-Testbetrieb des Plattformbetreibers Mobile 3.0 ist am 1. Juni in vier deutschen Großstädten gestartet. Bis zum Weihnachtsgeschäft soll das Handy-TV flächendeckend verfügbar sein.
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