Zukunft der G+J-Verlagsgruppen: Noch ein Kurzfrist-Szenario

Montag, 21. November 2011
Gehen Brigitte, Gala und Co an Julia Jäkel?
Gehen Brigitte, Gala und Co an Julia Jäkel?

Der Countdown läuft: Im März 2012 oder etwas später gibt Friedrich Wehrle, der Chef des G+J-Tochterverlags Motor Presse Stuttgart, sein Amt aus Altersgründen ab - wahrscheinlich an Volker Breid, bisher Geschäftsführer der G+J-Verlagsgruppe Frauen/Familie/People. Obwohl dieser Wechsel bisher noch nicht bestätigt ist, kursieren seit längerem diverse Planspiele zur Zukunft der G+J-Verlagsgruppen, wenn Breid nach Stuttgart geht. HORIZONT.NET hatte vor über einem Monat die Szenarien beschrieben - verbunden mit der vorsichtigen Prognose, dass es zu einer Aufteilung von Breids Portfolio („Brigitte", „Gala", „Eltern", „PM") kommt, vor allem zugunsten von Julia Jäkels Gruppe Exclusive & Living. Nun bereichert das „Hamburger Abendblatt" die Spekulationen mit einer weiteren Teilvariante.

Laut „Abendblatt" gehen fast alle Breid-Titel an Jäkel - bis auf „Eltern" und das Wissensmagazin „PM". Diese beiden Marken, die von der Münchner G+J-Dependance geführt werden, sollen angeblich in der Verlagsgruppe Stern/Geo/Art unter der Leitung von Thomas Lindner landen. Der verantwortet bereits die in München erscheinenden „Stern"-Ableger „Neon" und „Nido". Auch der ebenfalls an der Isar ansässige Special-Interest- und Fachverlag G+J-Entertainment Media („Musikwoche", Kino.de) soll demnach bei Lindner angedockt werden - er wäre damit für sämtliche Münchener G+J-Aktivitäten verantwortlich.

Mögliche Pläne, als Ausgleich die Kundenzeitschriften-Sparte von Jäkel zur Verlagsgruppe G+J-Wirtschaftsmedien (Chefin: Ingrid Haas) umzugruppieren, seien laut „Abendblatt" vom Tisch. Ebenso wie die Überlegungen, die Zahl der deutschen G+J-Gruppen entsprechend der Vermarktungsstruktur auf nur noch zwei zu reduzieren, indem man die Wirtschaftsmedien in der „Stern"-Gruppe aufgehen lässt. Am Zuschnitt der Wirtschaftsmedien solle nicht gerüttelt werden, bis die derzeit noch defizitäre Verlagsgruppe schwarze Zahlen schreibt, so das Blatt.

Tatsächlich ist dies das wahrscheinlichste Szenario in der kurzfristigen Betrachtung. Wie es danach weitergeht, wenn die G+J Wirtschaftsmedien die Gewinnzone erreicht haben oder eben nicht - auch diese Varianten hatte HORIZONT.NET vor vier Wochen beschrieben. Da könnte die Sache mit den zwei Verlagsgruppen nämlich doch wieder ins Spiel kommen. rp
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