Zoff wegen Depenbrocks Auslagerungs-Plänen bei der "Berliner Zeitung"

Mittwoch, 16. Juli 2008
Schockt die Redaktion schon wieder: Josef Depenbrock
Schockt die Redaktion schon wieder: Josef Depenbrock

Die Diskussionen um die "Berliner Zeitung" bekommen neuen Zündstoff: Josef Depenbrock, Chefredakteur und Geschäftsführer, lagert die Medienredaktion der Zeitung aus. Auch die Auto- und Reiseseiten sollen künftig offenbar extern produziert werden. Die Zeitung steht unter massivem Sparzwang, jüngst war bekannt geworden, dass 40 von 130 Redakteursstellen gekürzt werden sollen. Allerdings sollen bei den aktuellen Veränderungen, offenbar keine Stellen abgebaut werden. Wie die Nachrichtenagentur ddp berichtet, werden die Mitarbeiter auf andere Ressorts verteilt. Von dem Verlag gibt es dazu keine Stellungname.

Der Deutsche Journalismus Verband (DJV) reagiert auf die Ankündigung Depenbrocks mit scharfer Kritik: "Es ist höchste Zeit, dass sich die Redakteure und Freien der Berliner Zeitung gegen Depenbrocks Crash-Kurs zur Wehr setzen", so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Der Plan bestätige die Befürchtung, dass "Herr Depenbrock aus purem Gewinnstreben die Berliner Zeitung publizistisch und langfristig auch wirtschaftlich an die Wand fährt."

Zum Berliner Verlag gehören neben der "Berliner Zeitung" auch der "Berliner Kurier" und das Stadtmagazin "Tip". Seit 2005 ist der britische Medieninvestor David Montgomery mit seiner Firma Mecom durch den Kauf des Berliner Verlags in den deutschen Zeitungsmarkt eingestiegen.
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