"Zoff-Schau": Marc Bator und Jan Hofer im Medien-Clinch

Donnerstag, 27. Juni 2013
"Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer (Bild: ARD/Holde Schneider)
"Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer (Bild: ARD/Holde Schneider)


Ärger, Streitigkeiten und böses Blut - nicht unbedingt die Attribute, die man mit der sonst so gesitteten und seriösen "Tagesschau" verbindet. Jetzt ist allerdings einiges los bei der ARD-Nachrichteninstitution. Der Grund: Chefsprecher Jan Hofer attackierte in einem Interview mit dem People-Magazin "Closer" Marc Bator, der zum Privatsender Sat 1 gewechselt ist. Und der schlägt nun via "Bild" zurück. Stein des Anstoßes ist das besagte Interview, in dem Hofer Bator der Lüge bezichtigt. Bator habe behauptet, man hätte ihm in der 20-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" seine Abschiedsworte verwehrt. "Das war wissentlich falsch, also eine Lüge", so der 61-jährige Hofer. Stattdessen wurde Bator in den "Tagesthemen" von Moderatorin Caren Miosga verabschiedet. Hofer dazu in "Closer": "Dass er dabei keinen vernünftigen Satz rausgebracht hat, ist wohl kaum unsere Schuld."

Dabei habe er, Hofer, Bator nach Bekanntgabe seiner Kündigung gar noch angeboten, bis zum Schluss vor der Kamera zu bleiben - im gleichen Atemzug schießt er gegen Bators neuen Arbeitgeber: "Hätte er bei Sat 1 gekündigt, dann hätte er bestimmt keine einzige Sendung mehr gemacht. Wir haben ihn nach seinem Wunsch dann im Dienstplan gelassen. Er hatte sogar noch zweimal die 20-Uhr-"Tagesschau". Das sind in einer Sendung so viele Zuschauer, wie er jetzt im ganzen Monat nicht hat."

Hofers Kontrahent Marc Bator (Bild: Sat 1)
Hofers Kontrahent Marc Bator (Bild: Sat 1)
In der "Bild" kommt Marc Bator jetzt selbst zu Wort und teilt ebenfalls kräftig gegen Hofer aus: "Jan Hofer ist nicht nur ein Lügner, sondern auch ein Heuchler! Er hat mir damals zum Senderwechsel gratuliert und gesagt, dass er meine Entscheidung total versteht. Und jetzt tritt er fies nach. Vielleicht will er so ja nur von seinen eigenen beruflichen Niederlagen ablenken", so Bator. Zur Sache führte der 40-Jährige aus, er sei an seinem letzten Arbeitstag vom Chef vom Dienst angewiesen worden, auf Wunsch des Senders jegliche Abschiedsworte zu unterlassen. Deshalb, so der neue Sat 1-Mann, sei Hofer der Lügner.

Auch wenn die ganze Angelegenheit bald mit dem Etikett "Sommerloch" versehen werden dürfte, so stellt sich doch die Frage, was die beiden Nachrichtensprecher veranlasst hat, diesen Kleinkrieg in den Medien auszutragen. Der ARD dürfte die Initiative von Jan Hofer und der daraus resultierende Zwist wohl eher weniger gefallen. Das sieht auch der ehemalige Chefsprecher der Tagesschau Jo Brauner so und fordert in der Programmzeitschrift "Auf einen Blick" die Versöhnung der beiden Streithähne. "Solche Streitigkeiten gehören nicht in die Öffentlichkeit. Wenn schmutzige Wäsche gewaschen wird, bleibt immer auch etwas an der 'Tagesschau' hängen", so Brauner. tt
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