Zitate-Ranking: "Bild" überholt den "Spiegel" / "Focus" gewinnt

Freitag, 05. Juli 2013
Axel Springers "Bild" wurde im ersten Halbjahr 2013 am häufigsten zitiert
Axel Springers "Bild" wurde im ersten Halbjahr 2013 am häufigsten zitiert

Der "Focus" holt auf, und zwar gewaltig: Im Zitate-Ranking der Presse-Monitor-Gesellschaft (PMG) hat das Nachrichtenmagazin um 29 Prozent zugelegt und sich im ersten Halbjahr 2013 mit 600 Zitaten auf Rang sechs positioniert. Damit ist die Zeitschrift aus dem Hause Burda einer der größten Gewinner der PMG-Analyse. Meistzitierte Zeitung ist Axel Springers "Bild".
Einer der großen Gewinner ist der "Focus"
Einer der großen Gewinner ist der "Focus"
Vor allem die "Focus"-Berichterstattung über die Steueraffäre um Uli Hoeneß und Jan Ulrichs Blutdoping-Geständnis erregte die Aufmerksamkeit anderer Medien. Fünf der zwölf von der PMG untersuchten Zeitungen zitierten das Magazin in Zusammenhang mit Ulrich auf ihren Titelseiten, und die Hoeneß-Enthüllung löste ein nach wie vor anhaltendes Medien-Echo aus. Insgesamt positionierte sich das Magazin vor der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (585 Zitate) und der ARD (547). Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die "Bild" und der "Spiegel" auf den Plätzen 1 und 2. Mit 1484 Zitaten hatte das Flaggschiff des Springer-Verlags letztlich die Nase vorn, der "Spiegel" besetzt mit 1481 Nennungen Rang 2. Den knappen Vorsprung verdankt die "Bild" im ersten Halbjahr 2013 auch der schlechten Performance des Hamburger Nachrichtenmagazins im zweiten Quartal. Im Vergleich zum Zeitraum Januar-März musste der "Spiegel" ein Zitate-Minus von 22 Prozent verkraften.

Platz 3 im PMG-Ranking hält die "New York Times" mit 1057 Zitaten. In den Top-5 der meist zitierten Medien positionierten sich die "Süddeutsche Zeitung" (961) auf Rang 4 und die Welt-Gruppe (823) auf Rang 5. Über deutliche Zuwächse können sich auch Spiegel Online (plus 29 Prozent) und das "Handelsblatt" (plus 23 Prozent) freuen. Am steilsten nach oben ging es für die britische Tageszeitung "The Guardian" (plus 45 Prozent) und die amerikanische "Washington Post" (plus 37 Prozent). Beide Titel hatten als erste Leitmedien über das Datenüberwachungsprogramm des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA und die zunehmende Verwicklung des britischen Geheimdienstes berichtet.

Der "Spiegel" behauptet Rang 1 im Politikressort
Der "Spiegel" behauptet Rang 1 im Politikressort
In den einzelnen Ressorts führt, genau wie im ersten Halbjahr 2012, der "Spiegel" mit 455 Zitaten im Bereich Politik vor "Bild" (331) und Welt-Gruppe (310). Im Wirtschafts-/Finanzressort liegt das "Wall Street Journal" mit 334 Zitaten deutlich vor dem Spiegel (277) und dem "Handelsblatt" (241). Letzteres konnte seine Position im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings von Rang sechs auf Rang drei verbessern. Der Sprung nach vorne gelang mit Wirtschaftsthemen auch der "Bild"-Zeitung. Im Ressort verbesserte sie sich von Rang neun im ersten Halbjahr 2012 aktuell auf den fünften Rang.

Bei den Regionalmedien hat die "Rheinische Post" mit 291 Zitaten vor allem die zweiten Quartal den Berliner "Tagesspiegel" (276) überholt. Auf Platz 3 und 4 positionieren sich zwei Tageszeitungen aus Süddeutschland: die "Passauer Neue Presse" (140) und die "Stuttgarter Zeitung" (112).

Die PMG analysiert die Ressorts von 39 deutschen Meinungsführermedien und in diesen insgesamt 160 deutsche und internationale Titel. Insgesamt wurden zwischen 1. Januar und 30. Juni 20.164 Zitate in 16.318 Beiträgen erfasst. Die Anzahl der Zitate bewegt sich damit auf geringerem Niveau als 2012, was die Forscher unter anderem auf die Einstellung der "Financial Times Deutschland" zurückführen. Das Wirtschaftsblatt war im Vorjahr noch im Set ausgewerteter Medien enthalten, in dem die PMG nach Zitaten sucht. kl
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