Zentralisierung light: Bertelsmann bildet Group Management Committee

Montag, 05. Dezember 2011
Unter Thomas Rabe dürfte die Konzernzantrale in Gütersloh mehr Gewicht bekommen
Unter Thomas Rabe dürfte die Konzernzantrale in Gütersloh mehr Gewicht bekommen


Bertelsmann hat die Einrichtung eines Group Management Committees, über das bereits spekuliert wurde, nun auch offiziell bestätigt. Mit dem exklusiven Führungszirkel will der designierte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe den Austausch zwischen den Geschäftsfeldern fördern, ohne mit dem traditionellen Bertelsmann-Prinzip der Unabhängigkeit der einzelnen Konzerntöchter zu brechen. Eine Zentralisierung light sozusagen. Das Group Management Committee (GMC) soll den Vorstand in wichtigen Fragen der Konzernstrategie und Entwicklung beraten und unterstützen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Neben den Mitgliedern des Vorstands ziehen ausgewählte Führungskräfte in das Gremium ein: Dazu gehören RTL-Chefin Anke Schäferkordt, die Chefin der Random House Group UK, Gail Rebuck, und der Chef der französischen Sendergruppe M6, Nicolas de Tavernost.

Wichtige Wachstumsregionen werden durch Fernando Carro, Chief Executive Officer der Club- und Direktmarketinggeschäfte sowie verantwortlich für neue Geschäftsmöglichkeiten in Lateinamerika, und Annabelle Long, CEO Bertelsmann Corporate in China und Leiterin des Fonds Bertelsmann Asia Investments, vertreten. Darüber hinaus wurden Karin Schlautmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Bertelsmann, und Konzernpersonalchef Immanuel Hermreck in das GMC berufen. Zu seiner ersten Sitzung wird das Gremium im März 2012 zusammenkommen.

"Das GMC wird mit seiner internationalen und komplementären Besetzung die strategische Diskussion bereichern und den Dialog mit wichtigen Führungskräften vertiefen", erklärt der designierte Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann Thomas Rabe die Ziele des Gremiums: "Die vielfältigen Managementerfahrungen aus verschiedenen Geschäften, Märkten und Querschnittsfunktionen werden im GMC miteinander verzahnt, um so die Weiterentwicklung von Bertelsmann effektiver vorantreiben zu können."

Damit weicht Rabe das eherne Bertelsmann-Prinzip der Unabhängigkeit der einzelnen Geschäftsfelder ein Stück weit auf - allerdings ohne es formal anzutasten. Der scheidende Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski, gilt als Verfechter des dezentralen Prinzips des "Unternehmers im Unternehmen". Unter Rabe, der ab Januar den Vorstandsvorsitz von Bertelsmann übernimmt, dürfte die Zentrale in Gütersloh deutlich mehr Gewicht bekommen. Die operativen Entscheidungen werden auch künftig vom Management der einzelnen Unternehmen gefällt - bei strategischen Weichenstellungen und Investitionen dürfte das Group Management Committee künftig aber ein gewichtiges Wort mitreden. dh
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