Zeitungsverleger und Gewerkschaften verhandeln über Tarife

Mittwoch, 15. September 2010
Der BDZV geht auf Konfrontationskurs
Der BDZV geht auf Konfrontationskurs

In der Auftaktrunde der Gespräche zwischen dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und den Gewerkschaften Verdi und Deutscher Journalisten Verband (DJV) haben beide Seiten erwartbare Positionen vertreten. Die Arbeitgeber fordern Einschnitte im Manteltarifvertrag, die Arbeitnehmervertreter möchten die Konditionen beibehalten und zudem die Gehälter erhöhen. Eigentlich sollte es in den aktuellen Gesprächen vornehmlich um den Gehaltstarifvertrag gehen, der BDZV will das Thema Löhne jedoch nicht ohne eine Diskussion über den Manteltarifvertrag führen, der am 31. Dezember für die rund 14.000 Redakteure endet.  Werner Hundhausen, Verhandlungsführer des BDZV, begründet die Haltung damit, dass aktuell keine positive Entwicklung auf dem Werbe- und Lesermarkt erkennbar sei. Die Umsätze lagen 2009 auf dem Niveau von 1994. Vor diesem Hintergrund seien Eingriffe in tarifliche Leistungen unvermeidlich, so Hundhausen.

"Die Verleger wollen zulangen und den Redakteursberuf qualitativ und finanziell abwerten", kritisiert dagegen gestern nach Abschluss der Gespräche DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Die Aufgabendichte in den Redaktionen nehme zu. Die Verleger sollten daher Renditeeinbußen hinnehmen, statt zu sparen.

Der BDZV fordert signifikante Veränderungen im Manteltarifvertrag, wenn Themen wie "Monatseinkommen" und "Aufbau der Altersversorgung" unberührt bleiben sollen. Vor allem Volontäre und Berufsanfänger sollen laut BDZV künftig schlechter gestellt werden. Die Tarifverhandlungen werden voraussichtlich am 26. Oktober in Berlin fortgeführt. pap
Meist gelesen
stats